Schlitzwandarbeiten unter bestehender Infrastruktur: Baustelleneinsatz des BAUER Cube Systems in Antwerpen

  • Schließung des Antwerpener Autobahnrings durch die Oosterweelverbindung zur Verbesserung von Verkehrsfluss und Sicherheit
  • Komplexe Schlitzwandarbeiten an der Groenendaallaan unter beengten Platzverhältnissen und hohem Grundwasserspiegel
  • BAUER Cube System im Einsatz für die Herstellung bis zu 30 m tiefer Schlitzwände in sensibler Umgebung

Antwerpen, Belgien – Mit der Oosterweelverbindung realisiert Antwerpen derzeit eines der größten Infrastrukturprojekte Belgiens. Nach mehr als 60 Jahren wird der Autobahnring der Stadt vollständig geschlossen. Ziel des Vorhabens ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, den stark belasteten Kennedytunnel zu entlasten und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. 

Die Oosterweelverbindung ist Teil des Gesamtprojekts „De Grote Verbinding“, das eine Neuordnung der Mobilität im Großraum Antwerpen verfolgt. Zentrales Element ist ein neues, überwiegend unterirdisch geführtes Ringsegment. Oberirdisch entstehen Grünflächen und Bereiche für den nichtmotorisierten Verkehr.

Bauabschnitt Groenendaallaan: Fräsarbeiten unter beengten Bedingungen

Ein Teil der Bauarbeiten konzentriert sich auf den Bereich der Groenendaallaan. Hier werden bestehende Straßenabschnitte sowie Auf- und Abfahrtsrampen abgesenkt und überdeckt. Eine besondere Herausforderung stellt die Ausführung von Schlitzwandarbeiten unter einer bestehenden Brücke dar, denn der verfügbare Arbeitsraum ist hier stark begrenzt: Die Durchfahrtshöhe beträgt rund 4,8 m, die Breite etwa 5 m. Zusätzlich verlaufen auf beiden Seiten Radwege, auf denen gearbeitet werden muss. Der Grundwasserspiegel liegt in diesem Bereich zudem nur knapp unter der Geländeoberkante. Entsprechende Maßnahmen zur Wasserhaltung und Abdichtung sind daher ebenfalls Bestandteil der Bauausführung.

Premiere für das BAUER Cube System

Die bis zu 30 m tiefen und 1 m breiten Schlitzwände im Bereich der Groenendaallaan werden mit dem BAUER Cube System hergestellt. Eingesetzt wird es von Future Foundations, einer Tochtergesellschaft von Denys, die sich auf Fundamenttechniken und komplexe Tiefbauarbeiten spezialisiert hat, zusammen mit dem Partner I.CO.P.

Modulares System

Das Cube System wurde gemeinsam von der BAUER Maschinen GmbH und Denys speziell für die Erstellung von Schlitzwänden aus einem bestehenden Tunnel heraus entwickelt. Dieses Konzept ermöglicht damit auch die Ausführung von Bauvorhaben in beengten und sensiblen Umgebungen an der Oberfläche. Es handelt sich um ein modulares, containerbasiertes System zur Herstellung von Schlitzwänden. Sämtliche Systemkomponenten sind so ausgelegt, dass sie in Standard-High-Cube-Containern transportiert werden können. Aufwendige Schwertransporte entfallen, was die Baustellenlogistik vereinfacht. Das System kann wahlweise mit einem HD-1400-Diesel- oder einem HE-1400-Elektro-Aggregat betrieben werden – gerade bei innerstädtischen Projekten mit strengen Emissionsvorgaben ein Vorteil. 

Minimalinvasiver Einsatz mit Mehrwert

Durch seine kompakte Bauweise kann das System auch dort eingesetzt werden, wo konventionelle Schlitzwandfräsen aufgrund von Platzmangel, bestehender Bebauung oder Überbauungen nicht eingesetzt werden können. Neben dem oberirdischen Betrieb sind beispielsweise Einsätze in bestehenden Tunneln oder unter Verkehrsbauwerken möglich (etwa beim Bau von U-Bahn-Stationen), ohne umfangreiche Eingriffe an der Oberfläche vornehmen zu müssen. 

„Das Projekt im Bereich der Groenendaallaan zeigt sehr klar, wo der Mehrwert unseres Systems liegt“, sagt Christian Riedl, Senior Produktmanager Schlitzwandtechnik in der BAUER Maschinen GmbH. „Wenn geringe Bauhöhen und bestehende Überbauungen zusammenkommen, stoßen klassische Fräsensysteme an ihre Grenzen. Bisher mussten häufig alternative Verfahren angewandt werden, auch wenn die Erstellung einer Schlitzwand die ideale Lösung gewesen wäre. Genau für solche Situationen wurde das BAUER Cube System entwickelt.“

Das Gesamtprojekt „De Grote Verbinding“

Die Oosterweelverbindung umfasst drei wesentliche Bauwerke: den neuen Scheldetunnel, den Oosterweelknotenpunkt sowie die Kanaaltunnel. Der rund 1,8 km lange Scheldetunnel verfügt über drei Fahrstreifen je Richtung und eine separate, etwa 6 m breite Fahrradröhre. Die Kanaaltunnel verlaufen unter dem Albertkanal und bestehen aus vier übereinanderliegenden Tunnelröhren auf zwei Ebenen. Der Oosterweelknotenpunkt verbindet Tunnel, Ring und Hafen und ist größtenteils unterirdisch angelegt. Die Bauarbeiten erstrecken sich über mehrere Jahre. Ab etwa 2028 soll die Tunnelverbindung für den Radverkehr freigegeben werden, die vollständige Inbetriebnahme für den motorisierten Verkehr ist für etwa 2030 vorgesehen. 

Pressebilder

Schlitzwandarbeiten mit dem BAUER Cube System im Bereich der Antwerpener Gro-enendaallaan – die Frästiefe beträgt bis zu 30 m.
Schlitzwandarbeiten mit dem BAUER Cube System im Bereich der Antwerpener Gro-enendaallaan – die Frästiefe beträgt bis zu 30 m.
Sämtliche Systemkomponenten sind so ausgelegt, dass sie in Standard-High-Cube-Containern transportiert werden können.
Sämtliche Systemkomponenten sind so ausgelegt, dass sie in Standard-High-Cube-Containern transportiert werden können.

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Ruth Wallner
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