Spezialtiefbau für das „Jahrhundertprojekt“ CEVA der Schweizer Bahn

  • 03.11.2015
  •   BST Fachpressemeldungen

Genf, Schweiz – Die neue Bahnlinie CEVA (Cornavin/Eaux-Vives/Annemasse) schließt eine Lücke zwischen dem französischen und dem schweizerischen Bahnnetz im Kanton Genf. Die Idee dafür entstand bereits um 1880, im Jahr 1912 wurde ein Vertrag zwischen dem Kanton Genf und den schweizerischen Bundesbahnen unterzeichnet, der die Realisierung einer Bahnverbindung zwischen Cornavin und Annemasse vorsah, aber nie in die Tat umgesetzt wurde. Bislang existierte lediglich eine Trasse zwischen Chêne-Bourg und Annemasse für den regionalen Bahnverkehr. Die Verbindung, die aktuell gebaut wird, soll helfen, die bestehenden Verkehrsprobleme der Metropole Genf des 21. Jahrhunderts zu lösen.

 

Im November 2011 starteten die Bauarbeiten für das 1,5 Mrd. Schweizer Franken teure Bahnprojekt. Die Linie CEVA führt auf 16,1 Kilometern – davon 14 Kilometer in der Schweiz – vom Genfer Bahnhof Cornavin über Eaux-Vives nach Annemasse. Die Strecke verläuft dabei mehrheitlich unterirdisch, was den Bau von zwei Tunneln und mehreren Tagbautunneln erforderlich machte.

 

Auch die BAUER Spezialtiefbau Schweiz AG war an dem Projekt beteiligt und führte bei zwei Losen die erforderlichen Spezialtiefbauarbeiten aus: Das Los 23.12 führt von Carouge-Bachet nach Val d’Arve. Auf dieser Strecke entsteht ein zwei Kilometer langer bergmännischer Tunnel mit einem unterirdischen Bahnhof in Bachet. Die konventionellen Vortriebe werden aus einem 20 Meter tiefen Schacht in Bachet sowie über die Rampe Val d’Arve erschlossen.

 

Von September 2012 bis Februar 2013 führte die schweizerische Bauer Spezialtiefbau-Tochter die Schlitzwand- und Bohrpfahlarbeiten aus. Für den Schacht in Bachet wurden 4.200 Quadratmeter gegreiferte Schlitzwand mit einer Breite von einem Meter und einer Tiefe von 25 Metern hergestellt. Für den in Deckelbauweise zu erstellenden Bahnhof Bachet wurden 22 provisorische Primärpfähle mit einem Durchmesser von 880 mm und Tiefen bis zu 28 Meter gebohrt. Parallel führte Bauer für den Verbau der Rampe in Val d’Arve mit einem zweiten Schlitzwandgreifer ca. 4.100 Quadratmeter Schlitzwand mit einer Breite von 0,8 m und einer Tiefe von 22 Meter aus.

 

 

Das Los 37.20 liegt bei Chêne-Bourg. Hier stellte Bauer von Dezember 2013 bis Februar 2015 für die mehr als ein Kilometer lange Tagbaustrecke Foron 24.500 Quadratmeter gegreiferte Schlitzwand her. Unter anderem kam ein Seilbagger BAUER MC 64 mit einer Greifereinheit zum Einsatz. Anfang 2015 schloss Bauer die Arbeiten mit einem Auftragswert von insgesamt rund 28 Mio. Schweizer Franken ab.

 

Einige Teile der alten Trasse konnten für die neue Linie verwendet werden. Der Abschnitt von Eaux-Vives zur französisch-schweizerischen Grenze wird unter die Erde verlegt, an der Oberfläche entstehen Fahrrad- bzw. Fußgängerwege. Die komplette Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Bahnlinie mit ihren fünf neuen Bahnhöfen ist für 2017 geplant. Durch diese Verbindung entsteht ein schweizerisch-französisches Bahnnetz mit 40 Bahnhöfen auf einer Strecke von 230 Kilometern auf beiden Seiten der Grenze.