Schleuse für den Schiffsverkehr freigegeben

  • 19.04.2018
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Zerben – Die zweite Schleuse Zerben des Elbe-Havel-Kanals wurde am 19. März offiziell für den Schiffsverkehr freigegeben. Der Neubau soll die Häfen und Wirtschaftsstandorte im Raum Berlin, Brandenburg und Magdeburg an das westliche Wasserstraßennetz anschließen und das alte Schleusenbauwerk nach 80 Jahren Betrieb ablösen. Durch den Ausbau können nun auch Großmotorgüterschiffe bis zu 2000 t sowie 185 m lange Schubverbände bis zu 3500 t Tragfähigkeit und 2,8 m Tiefgang die Ost-West-Wasserstraße bis Berlin befahren.

 

Die Spezialtiefbauarbeiten für die Schleuse wurden von der BAUER Spezialtiefbau GmbH ausgeführt. Mit Zerben war Bauer bereits an der vierten Schleuse der Ost-West-Wasserstraßentrasse tätig. Größtes Projekt war die Gründung für die Doppelsparschleuse Hohenwarthe, weiter stellte Bauer auch die Baugruben der modernen Schleusenbecken Sülfeld und Wusterwitz her.

 

Für die neue Schleuse Zerben stellte Bauer eine 263 m lange, im schlanken Mittelteil 23 m breite und bis zu 16,35 m tiefe Baugrube her. Zur Baugrubenumschließung wurden insgesamt 10.500 m² Schlitzwand ausgeführt. Die horizontale Abdichtung bildet eine Unterwasserbetonsohle, die mit 983 Auftriebspfählen rückverankert wurde. Im oberen Bereich wurde die Baugrube mit 35 Stahlbetonsteifen von 1,5 m Höhe und 1 m Breite ausgesteift. Der Auftrag beinhaltet auch das Einbringen von 19.000 m² Spundwand mit bis zu 17 m tiefen Bohlen im Bereich des oberen und unteren Vorhafens. Zur Verankerung dieser Uferspundwände wurden mit einem Doppelkopfbohrgerät KLEMM KR 806 insgesamt 497 Verpresspfähle mit Längen bis zu 20 m hergestellt.

 

Nach der Verkehrsfreigabe der zweiten Schleuse Zerben kann die Bauer Spezialtiefbau nun auch letzte Arbeiten am benachbarten alten Schleusenbauwerk vornehmen. Diese sollen bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden.