Ministerin besichtigt Pilotanlage zur Wasserreinigung

  • 03.04.2017
  •   BRE

Rositz – Am 17. März wurde im Ortsteil Schelditz der thüringischen Gemeinde Rositz eine Pilotanlage der Bauer Umwelt zur biologischen Grundwasserreinigung in Betrieb genommen. Dies nahmen Anja Siegesmund, Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz in Thüringen, sowie der örtliche Bürgermeister Steffen Stange zum Anlass, die Anlage zu besichtigen. „Die heutige Inbetriebnahme der Versuchsanlage eines Biofilters ist ein wichtiger Zwischenschritt, um Mensch und Umwelt zukünftig dauerhaft vor verunreinigtem Grundwasser zu schützen“, sagte die Umweltministerin.

 

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Basierend auf der Entwicklung eines biologischen Verfahrens zur Reinigung von organisch-kontaminierten Grundwässern durch Leipziger Forscher brachte die Bauer Umwelt den weltweit ersten Bio-Vertikalfilter bereits am Industriestandort Leuna zur großtechnischen Reife und Anwendung.

„Das Biofiltersystem bietet als naturnahes biologisches Sanierungsverfahren eine effektivere, umweltschonendere und kostengünstigere Alternative zu den klassischen physikalisch-chemischen Behandlungstechnologien kontaminierter Grundwässer, wie Flockung/Fällung oder Strippung an Aktivkohlefiltern“, erläutert Bauleiterin Stefanie Apelt.

 

In dem zweistufigen Biofiltersystem passiert das verunreinigte Grundwasser im ersten Schritt einen Grobfilter, welcher bereits für eine Teilabreinigung des schadstoffbelasteten Grundwassers sorgt. Ausgefallener Eisenschlamm kann im nachgeschalteten Sedimentationsbecken separiert werden.

 

Im Anschluss durchläuft das Grundwasser einen Feinfilter, um nahezudie gesamte Restkontamination aus dem Grundwasser zu entfernen. Die große Oberfläche des Filtermaterials bietet ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Mikroorganismen. Diese verwerten durch Stoffwechselprozesse die Schadstoffe des Grundwassers. Hauptsächlich werden aromatische Kohlenwasserstoffe in Verbindung mit Sauerstoff zu Kohlendioxid abgebaut. Das gereinigte Wasser kann schließlich in den Grundwasserleiter zurückgeführt werden.

    

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Ministerin auf Stippvisite: (v.l.n.r. im oberen Bild) Dr. Uwe Schlenker (BMU), Bauleiterin Stefanie Apelt (BMU), Ministerin Anja Siegesmund.