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Technisch anspruchsvolle Ankerbohrungen am Albert-Kanal

  • 21-01-2020
  •   BMA NewsClick

Belgien / Merksem – Fast 130 km lang ist der Albert-Kanal, der die Maas und die Industriegebiete von Lüttich mit dem Seehafen Antwerpen verbindet und somit eine der Hauptschlagadern des in Belgien auf dem Wasserweg getätigten Güterverkehrs ist. Um die Kapazität der Wasserstraße für mehr und auch größere Schiffe zu steigern, finden seit geraumer Zeit entlang der Kanallinie umfangreiche Ausbauarbeiten statt.

 

Im Rahmen dieses Projektes errichtete das auf Wasserbau- und Gründungsarbeiten spezialisierte Bauunternehmen Herbosch-Kiere nv aus Beveren - ein Unternehmen der ca. 70.000 Mitarbeiter zählenden Eiffage Group - kürzlich eine neue, 260 Meter lange, Kaimauer entlang des Kanals. Herbosch-Kiere wurde als Generalunternehmer mit der Ausführung der Spundwand-, Stahlbeton- und Ankerarbeiten für den Bauabschnitt nahe des Hafens von Antwerpen beauftragt.

 

Mit einem neu gelieferten KLEMM Ankerbohrgerät vom Typ KR 805-3G wurden hierzu etwa alle 2 Meter insgesamt 129 Litzenanker im Überlagerungsbohrverfahren hergestellt. Sämtliche Anker sind als Daueranker mit doppeltem Korrosionsschutz und mit 5-6 Litzen für Nutzlasten zwischen 570 und 700 kN pro Anker ausgelegt. Der für das Außenrohr gewählte Bohrdurchmesser beträgt 177,8 mm und die Länge der Bohrungen 23 m bis 29 m.

 

Die größte technische Herausforderung in der Vorbereitung der Baumaßnahme lag darin, Überschneidungen der neu zu bohrenden Anker mit den bereits vorhandenen Gründungspfählen einer angrenzenden Brücke zu verhindern. Daher wurde ein kollisionsfreier Verlauf sämtlicher Bohrungen und der vorhandenen Fundamentpfähle in einem 3D-Modell bereits in der Planungsphase simuliert und als „Fahrplan“ für die Ausführung des Projektes übernommen.

 

Für alle Anker, die von einem Ponton bzw. von einer vorgelagerten Erdaufschüttung aus gebohrt werden konnten, fiel die Wahl auf ein Ankerbohrgerät Typ KR 805-3G, ausgestattet mit einem leistungsfähigen Hydraulikhammer Typ KD 2524. Die KR 805-3G bietet sowohl eine sehr flexible Kinematik zur exakten Einrichtung der Lafette am Bohrpunkt, als auch die nötige Steifigkeit, die Lafette bei großen Belastungen im Bohrprozess in der durch die 3D-Vorplanung festgelegten Ausrichtung stabil zu halten.

 

Da eine wasserseitige Zugänglichkeit nicht überall gegeben war, musste ein Teil der Anker von Land aus, mit über dem Wasser hängender Bohrlafette erstellt werden. Hierzu wurde ein KLEMM Bohranbausystem vom Typ KA162, betrieben an einem ca. 30 t schweren Hydraulikbagger, gewählt.

 

Das effiziente und sichere Handling der bis zu 140 kg schweren Rohrpaarungen während des Bohrens wurde durch den Einsatz eines KLEMM Handhabungssystem HBR 122 in Verbindung mit einem passenden Hydraulikbagger gewährleistet. Diese Gerätschaft vereint innovative Technik mit einem hohen Maß an Arbeitssicherheit für das Bedienpersonal.

 

Das Gesamtprojekt im Auftrag der staatlichen flämischen Wasserstraßenverwaltung (De Vlaamse Waterweg) wurde im Sommer 2019 erfolgreich abgeschlossen.

 

 

Bildnachweis / Kontakt:

KLEMM Bohrtechnik GmbH, Wintersohler Str. 5, 57489 Drolshagen

Jutta Clemens (tel. +49 2761 705101 / e-mail j.clemens@klemm-mail.de)  www.KLEMM-BOHRTECHNIK.de