Icon_Mikro_Interview_Podcast   Im Gespräch mit Dr. Frank Tidden

Leiter Vertrieb / Leiter Energie, BAUER Resources GmbH

 

 

 

Herr Dr. Tidden, was verbirgt sich hinter GeoHeatStorage?

Ziel desVerbundprojekts GeoHeatStorage ist es, oberflächennahe Kies-Grundwasserleiter für eine Wärmespeicherung für ein gesamtes Quartier bautechnisch zu erschließen. Zur Errichtung der Dichtwand des Geowärmespeichers eignet sich besonders das von Bauer entwickelte Mixed-in-Place-Verfahren.

In der Vergangenheit wurden bereits Grundwasserleiter zur Wärmegewinnung und Kühlung genutzt. Hierbei besteht die Gefahr, dass nachteilige Veränderungen der biologischen und chemischen Eigenschaften des Grundwassers entstehen können. Mit einem Bauwerk im Untergrund sind dagegen auch höhere Grundwassertemperaturen ohne negative Auswirkungen auf die Umgebung möglich.

 

Aus welchen Problemstellungen heraus ist das Projekt entstanden?

Grundsätzlich müssen wir weg von Öl und von Gas hin zu regenerativen Energien und dennoch die Versorgung der Menschen mit Wärme und Kälte sicherstellen. Aber es gilt auch, gleichzeitig unser Grundwasser zu schützen. Mit dem Geowärmespeicher im Untergrund kann die saisonale Wärmespeicherung für ein gesamtes Quartier übernommen und das Grundwasser geschützt werden.

 

Was war für Sie ein Meilenstein?

Ganz klar: Zu sehen, dass diese nachhaltige Wärmespeicherung auch ökonomisch ist. Denn wir wollten nicht nur ein ressourcenschonendes Verfahren haben, das wirtschaftlich konkurrenzfähig ist.

Durch unsere Optimierungen bei der Umsetzung der Mixed-in-Place-Wand können wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, sondern auch zum Klimaschutz leisten. Durch das Verbundprojekt GeoHeatStorage gibt es erstmalig eine realistische Option für eine nachhaltige und wirtschaftliche Wärmeversorgung von bestehenden Wohnquartieren.

 

Wer ist alles an diesem Projekt beteiligt?

Die Initiative smood® - smart neighbourhood ist im Jahr 2018 gestartet. Ihr gehören16 Unternehmen, vier Forschungseinrichtungen und ein Verein an. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Idee zu dem Verbundprojekt stammt ursprünglich von der JENA-GEOS®-Ingenieurbüro GmbH. Es hat insgesamt ein Jahr vom Einreichen der ersten Projektskizze bis zur Genehmigung gedauert.

 

Was lief in Ihren Augen besonders gut?

Wir haben für das GeoHeatStorage unter anderem mit der Bauer Spezialtiefbau eng und gut zusammengearbeitet. Das interessante dabei war, dass ich anders auf ein Bauwerk schaue als unser Schwesterunternehmen. Dies zusammenzubringen und uns alle als Teil eines Gesamtkonzepts zu sehen, haben wir geschafft, weil wir uns stetig ausgetauscht und unsere verschiedenen Sichten auf das Bauwerk eingebracht und dieses schrittweise weiterentwickelt und optimiert haben.

 

Wie sehen Sie dieses Projekt in der Zukunft?

Ich bin davon überzeugt, dass, durch neue Vorgaben und Normen Klimapolitik betreffend, der Markt für diese umweltfreundliche Technologie stark wachsen wird. Wir müssen künftig die Möglichkeiten, klimaneutraler zu werden, nutzen und dazu gehört ein unterirdischer Wärmespeicher, der überbaut werden kann und somit keine zusätzlichen Flächen in Anspruch nimmt. Dieser Markt hat Zukunft und wir werden diesen mit unserem Know-how von Anfang an mitgestalten.