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Erfahrungsbericht Abschlussarbeit

 

Mein Name ist Christian Hubert. Meinen Master im Studiengang Umweltingenieurwesen habe ich im Herbst 2010 aufgenommen. Da ich nicht vorhatte, eine akademische Karriere einzuschlagen, sah ich es als selbstverständlich an, meine Abschlussarbeit nicht im Rahmen der Universität, sondern innerhalb eines privaten Unternehmens zu schreiben. Ich habe im Laufe meines Studiums diverse Praktika absolviert und war als Werkstudent in verschiedenen Unternehmen tätig. Bei diesen Unternehmen handelte es sich ausschließlich um sehr kleine Firmen mit einer Mitarbeiterzahl von rund 30. Obwohl ich auch in diesen Firmen recht gute Erfahrungen gemacht habe, so war doch die Betreuung der Praktikanten und Werkstudenten auf ein Minimum beschränkt. Die Arbeiten umfassten zumeist das Zuarbeiten von Kollegen und eigene Projekte waren eher die Ausnahme. Kommilitonen, die bei größeren Unternehmen arbeiteten, berichteten mir, dass sie hingegen überwiegend selbstständig arbeiteten durften und eigene Projekte bearbeiten konnten und empfahlen mir daher mich ebenfalls mal bei einem großen Unternehmen zu bewerben.

 

Im Rahmen meines Studiums bin ich auf der Suche nach einer Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen ziemlich bald auf die BAUER Resources GmbH gestoßen. Nachdem ich mich zunächst für ein anderes Projekt beworben hatte, stellte sich bereits im Bewerbungsgespräch heraus, dass die Validierung eines anaeroben Membranbioreaktors zur Behandlung organisch hochbelasteter Brauerreibwässer wesentlich besser zu meinem Profil und meiner zukünftigen beruflichen Ausrichtung passen würde. Einvernehmlich beschlossen wir also, dass ich die kommenden sechs Monate für genau solch eine Anlage verantwortlich sein würde.

 

Während der Bauphase der Anlage, wurde mir bereits gestattet die verschiedenen Funktionen der Anlage unter Aufsicht kennenzulernen. So wurde mir meine Anfangsnervosität genommen und ich hatte Zeit mich an die verschiedenen Geräusche der Anlage zu gewöhnen. Der Einstieg zum eigenständigen Arbeiten an der Anlage wurde mir dadurch extrem erleichtert, denn auch die Kollegen waren stets hilfsbereit und freundlich.

 

In der Theorie konnte ich meinen Arbeitstag, abgesehen von den Randbedingungen wie den in Intervallen zu ziehenden Proben sowie der Probenanalyse, selber gestalten. In der Praxis gestaltete sich der Arbeitsalltag dann aber ganz von selbst. Die Anlage verhielt sich anfänglich wie ein Kleinkind, das die volle Aufmerksamkeit brauchte. Hier ein Wehwehchen, da was zu verstellen, dort etwas anzupassen und schon war wieder ein Tag vorbei. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich wesentlich mehr Zeit für meine Abschlussarbeit investiert habe als die meisten meiner Kommilitonen. Es ist aber nicht so, als hätten die Projektleiter dieses Engagement eingefordert. Vielmehr stellte sich aufgrund des stetigen Wechsels von Erfolg und Misserfolg gemäß dem Satz "himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt" ein inniges Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ein, das nicht immer von Harmonie geprägt war. Diese Identifikation mit "seiner" Anlage verleitete einen dazu, die Dinge immer noch ein Stück besser machen zu wollen und so verflog die Zeit wie im Flug.

 

Schlussendlich ist die Erfahrung, die ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit machen durfte unbezahlbar. Es sind nicht einmal die fachlichen Kenntnisse die man sich im Laufe eines solchen Projektes aneignet, sondern vielmehr die kleinen Erkenntnisse rund um ein solches Projekt, welche die Erfahrung so wertvoll machen: Wie arrangiert man sich am besten mit den Projektbeteiligten, wie wichtig ist die Vorplanung oder auch, dass nur kleine Details große Auswirkungen haben können.

 

Jedem, der Freude am selbstständigen Arbeiten hat, keine Scheu hat die Dinge auch mal anzupacken und bis zur Belastungsgrenze auszureizen, ohne unnötige Risiken einzugehen und sich zudem auch gerne mal die Hände schmutzig machen will, dem kann ich eine Bewerbung bei der BAUER Resources GmbH nur wärmsten ans Herz legen. Und zur Beruhigung kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man, obwohl man oft alleine arbeitet, nie alleingelassen wird. Ich möchte mich an dieser Stelle noch ganz herzlich bei meinem Betreuer Herrn Dr. Becker bedanken, der sich stets viel Zeit zur Beantwortung meiner zahlreichen Fragen genommen hat und der immer für mich erreichbar war. Auch sonst stand er mir mit Tipps und falls notwendig mit aufmunternden Worten zur Seite und brachte mir zudem noch ein hohes Maß an Vertrauen entgegen, das ich hoffentlich rechtfertigen konnte. Vielen Dank. Ich hoffe ich konnte meinerseits mit meiner Arbeit etwas zurückgeben.



Christian Hubert
01.09.2012 – 31.03.2013
M. Sc. Umweltingenieurwesen, TU München