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Constanze Pietsch, Leiterin kaufmännischer Service, BAUER Umwelt GmbH

Frau Pietsch, Sie haben bereits nach Ihrem Schulabschluss mit einer Ausbildung zur Bürokauffrau bei der BAUER Spezialtiefbau GmbH angefangen und sind heute, nach verschiedenen kaufmännischen Stationen innerhalb der Unternehmensgruppe, seit 2011 Leiterin des kaufmännischen Service der BAUER Umwelt GmbH. Wollten Sie schon immer in einer leitenden Position sein und warum?

 

Als ich mit meinem Beruf angefangen habe, habe ich mir nicht vorgestellt, irgendwann eine leitende Position zu übernehmen, das hat sich im Laufe der Zeit so entwickelt. Ich war meistens in Abteilungen, in denen man sehr selbstständig arbeiten musste, was mir immer Spaß gemacht hat und konnte mir unter anderem deshalb gut vorstellen, einmal leitende Tätigkeiten zu übernehmen. Die Möglichkeit auf meine jetzige Position hat sich eher zufällig ergeben, war aber eine Chance für mich, die ich nicht ausschlagen konnte.

Das Team, das man mir als neue Abteilungsleiterin zur Verfügung gestellt hat, war zu meinem Glück auch super und das hat mir meinen Einstieg in die Führungsrolle leicht gemacht.

 

Würden Sie mir die Aufgaben Ihrer Abteilung und von Ihnen speziell als Leiterin des kfm. Service beschreiben?

 

Die kaufmännische Abteilung befasst sich mit allem, was ab Auftragseingang geschieht.

Wir versichern die Kunden, kümmern uns um Bürgschaften, erstellen Rechnungen, mahnen bei Zahlungsverzug, geben auf der anderen Seite Lieferantenrechnungen frei, oder wickeln regelmäßig zusammen mit der Buchführung den Monats- und Jahresabschluss ab. Ich speziell kümmere mich noch um das ganze Thema Reporting und stehe in engem Kontakt mit den Projektleitern und der Geschäftsführung. Meine Kerntätigkeiten sind in etwa zu 70% Aufgaben, die sich wiederholen und 30% Sonderaufgaben.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders gut?

 

Ich habe ziemlich viel mit Menschen zu tun, was man vielleicht bei Bürotätigkeiten nicht immer glaubt, dass dem so ist. Außerdem bin ich sehr zahlenversiert und das kommt mir mit meiner Arbeit auch entgegen. In der BMU macht es mir aber generell Spaß zu arbeiten, da diese eine etwas kleinere Einheit ist, jeder jeden kennt und man sich einfach untereinander gut versteht.

 

Sie sind im Segment Resources tätig, das unter anderem den Bereich Umwelt abdeckt. Sind Sie auch ein umweltbewusster Mensch?

 

Ich interessiere und befasse mich auf jeden Fall mit dem Umweltgeschehen und versuche auch meinen Teil dazu beizutragen, von dem her würde ich sagen ja. Das ist wiederum ein Grund, warum ich mich bei der BMU gut aufgehoben fühle. Ich könnte zum Beispiel aus moralischen Gründen nie in der Rüstungsindustrie arbeiten.

 

Was glauben Sie woran es liegt, dass immer noch überwiegend Männer in Führungspositionen sind und wie könnte man die Frauenquote verbessern?

 

Ich weiß es nicht genau, aber was unsere Branche angeht denke ich, dass einfach der technische Bereich weniger in das Interessengebiet von Frauen fällt wie beispielsweise der kaufmännische und es deshalb auch mehr männliche Studienabgänger aus den entsprechenden Studiengängen gibt. Das macht es natürlich in einem Bau- oder Maschinenbaukonzern ein bisschen schwierig, da dort die meisten Führungspositionen u. a. auch technisches Verständnis erfordern. Leitende kaufmännische Positionen gibt es nicht so viele und diese müssen sich eben Männer und Frauen teilen.

 

Generell muss man es als Frau einfach wollen, leitende Aufgaben zu übernehmen und sich die Verantwortung zutrauen. Irgendwann ist dann auch Familie ein Thema und diese Doppelbelastung ist für manche bestimmt auch eine Hürde, die sie vielleicht nicht nehmen wollen.

 

Seit 2013 sind Sie Mama und erwarten in einigen Wochen Ihr zweites Kind. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen führender Rolle im Berufsleben und Familie?

 

Das klappt eigentlich nur, da ich große Unterstützung von meinem Mann erhalte, der sich auch sehr um die Familie kümmert. Natürlich habe ich hier in der Nähe auch zusätzlich noch Großeltern, die liebend gerne auf ihren Enkel aufpassen. Weiter kommt mir auch die Firma sehr entgegen, indem sie mir zwei Tage in der Woche ermöglicht, Home Office zu betreiben, was natürlich super ist. Von dem her bin ich etwas flexibler und kann mir alles selbst ein bisschen einteilen. Sonst - mit fünf Bürotagen die Woche - wäre das nicht möglich.

 

Konnten Sie nach der Elternzeit sofort mit Ihrer alten Tätigkeit weitermachen und wie wurden Sie dabei unterstützt?

 

Ich war bei meinem ersten Kind 4 Monate zu Hause, also relativ kurz. In dieser Zeit wurde ich von meinem Team vertreten. So weit es mir möglich war, habe ich meine Mitarbeiter noch von zu Hause ein bisschen unterstützt. Daher hatte ich nach einer Woche Wiedereintritt das Gefühl, überhaupt nicht weg gewesen zu sein. Ich habe mich wieder an meinen Platz gesetzt und so weitergearbeitet, als ob nichts gewesen wäre. Natürlich erhielt ich für diese Phase auch sehr viel Unterstützung von meinen Vorgesetzten.

Bei dieser Schwangerschaft sind es insgesamt 6 Monate in denen ich nicht da sein werde. Diese Mal haben wir uns rechtzeitig um eine Vertretung gekümmert um meine Mitarbeiter nicht nochmal einer solchen Doppelbelastung auszusetzen. Aber ich werde danach auch wieder ganz normal meinen Job aufnehmen, mit den gleichen Arbeitszeiten und wieder in derselben Position.

 

Sie feierten 2015 Ihr 20-jähriges Jubiläum bei BAUER. Gibt es für Sie in dieser langen Zeit einen besonders schönen Moment, an den Sie sich gerne zurück erinnern?

 

Ich glaube einen besonderen Moment gibt es da nicht. Es sind einfach die Menschen mit denen man zusammengearbeitet hat und die Freundschaften oder zumindest private Kontakte, die über die Arbeit hinausgehend entstanden sind. Im Prinzip ist es das, was 20 Jahre ausmachen!