Career

Thomas Reinthaler, Vertriebsleiter Sanierung Süd BAUER Umwelt GmbH

Als zweifacher Vater entschied sich Herr Reinthaler nach der Geburt seines zweiten Sohnes für zwei Monate in Elternzeit zu gehen.  

Wann war für Sie klar, dass Sie Elternzeit in Anspruch nehmen wollen?

Unmittelbar nach der Geburt unseres ersten Sohnes hatte ich bereits zwei Monate Zeit bis zum Wechsel zur Unternehmensgruppe BAUER. Dies war eine tolle Erfahrung, weil so meine Frau und ich uns in Ruhe an die neue Situation mit Familienzuwachs gewöhnen konnten. Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, falls wir ein weiteres Kind bekommen sollten, würde ich Elternzeit nehmen. Bei unserem zweiten Sohn hat es sich dann so ergeben, dass meine Frau in den zwei Monaten ebenfalls nicht arbeiten musste. Somit war es eine reine Familienzeit.

Welche Motive haben Sie dazu bewogen Elternzeit in Anspruch zu nehmen?

Wer in Elternzeit geht, darf nicht von einem verlängerten Urlaub ausgehen. Speziell beim zweiten Kind war meine Frau sehr froh, dass ich ihr ein wenig Last abnehmen konnte. Man(n) stellt dann fest, dass zwei Kinder deutlich – eigentlich auch überproportional – mehr Aufwand bedeuten als eines. Wir dachten, dass wir mit unserem ersten Sohn aus dem Gröbsten heraus sind und sich das mit dem Zweiten schon einpendeln wird. Das war aber eher nicht so, denn es kam noch hinzu, dass sich unser erster Sohn etwas vernachlässigt fühlte.

Was gab es dabei alles im Vorfeld zu beachten, zu erledigen, oder auch abzuklären?

Die Antragsstellung ein halbes Jahr vorher verlief einwandfrei und ohne Zwischenfälle. Zuvor hatte ich bereits mit meinen Vorgesetzten, Dr. Frank Tidden und Samer Hijazi gesprochen und sie gaben ihr sofortiges Einverständnis. Nach der Antragsstellung bei der Personalabteilung habe ich kurze Zeit später die Formulare erhalten. Diese musste ich nur noch ausfüllen, dann war klar, dass ich ab Ende Juli in Elternzeit gehe.

Wie haben Sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Bauer erlebt und wie hat Sie Ihr Arbeitgeber dabei unterstützt?

Ich war überrascht, dass alles so problemlos funktioniert hat. Von Seiten meiner Vorgesetzten ist es sofort akzeptiert und nie in Frage gestellt worden. Sie haben mir völlige Entscheidungsfreiheit gewährt, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich musste mich daher nicht nach der Firma richten, sondern konnte es mir zeitlich so legen wie ich es wollte. Das war sehr angenehm.

Ein absolut ausschlaggebender Punkt bei der Unternehmensgruppe BAUER zu arbeiten, ist für mich außerdem die Home Office Tätigkeit.

Da ich aus dem Raum Starnberg komme und ich als Vertriebsmitarbeiter viel im Raum München unterwegs bin, sind tägliche Fahrten nach Schrobenhausen nicht erforderlich und sehr zeitintensiv. Deshalb ist Home Office für mich ein enormes Entgegenkommen. Gerade da es in der Baubranche eher unüblich ist, weiß ich es sehr zu schätzen. Ich habe dabei auch eine sichtliche Motivationssteigerung feststellen können. Zudem erfolgt die Arbeit konzentrierter, da mich niemand stören kann, so dass ich vom Pensum her deutlich mehr schaffe. Seit der Telefonumstellung auf Lync habe ich sogar meinen Firmenanschluss zuhause. Was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht, hat mich die Firma BAUER daher von Anfang an sehr gut unterstützt.

Wie haben Sie die Elternzeit erlebt und wie sah Ihr Alltag aus?

Es ist ein ganz besonderer Lebensabschnitt. Man hat relativ schnell einen anderen Rhythmus, der natürlich von den Kindern bestimmt wird. Die erste Zeit ist alles neu, man ist daher durchaus gefordert. Meine Frau und ich waren in der glücklichen Lage, uns die Aufgaben teilen zu können. So konnte einer von uns auch mal ein kleines Nickerchen am Nachmittag einlegen. Der andere hat sich die Kinder geschnappt und ist mit ihnen raus. Außerdem unternimmt man als Familie den ein oder anderen gemeinsamen Tagesausflug, am allerliebsten waren wir aber zu Hause und haben die Sommertage am Starnberger See genossen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Elternzeit und wurden diese erfüllt?

Mehr Zeit mit der Familie stand an erster Stelle, die habe ich auch bekommen. Natürlich erlebt man auch Momente, die im normalen Berufsalltag meistens nicht möglich sind, beispielsweise das erste Wort, das war ein Glücksfall. Zum anderen war es auch eine schöne Auszeit vom Berufsleben, da es durchaus angenehm war nicht ständig erreichbar zu sein.

Haben Sie sich mit Ihren Kollegen über das Thema Elternzeit austauschen können?

Da ich in der BAUER Umwelt GmbH tatsächlich einer der ersten Väter in Elternzeit war, kam das Thema erst verstärkt nach meiner Auszeit auf. Umso mehr war ich überrascht, dass von der Personalabteilung im Vorfeld alles perfekt organisiert und die Akzeptanz schon so groß war. Im Nachhinein lag das größte Interesse daran, was ich alles mit meiner Familie erlebt habe. Durch meine Erzählungen habe ich durchaus andere werdende Väter angeregt, sich mit dem Thema Elternzeit auseinander zu setzen.

Wie wurde Ihre Auszeit in der Firma organisiert und hatten Sie regelmäßigen Kontakt mit Ihrer Abteilung?

Meine Vertretung hat überwiegend mein Chef Dr. Frank Tidden übernommen. Ihm gilt daher mein größter Dank, da es für ihn mit Sicherheit eine anstrengende Zeit war. Jedoch muss ich auch meinen Arbeitskollegen danken, die sich dem Rest der anfallenden Arbeit annahmen. Ohne diese Bereitschaft wäre dies nicht möglich gewesen. Wenn es um dringende Angelegenheiten ging, zu denen nur ich Informationen hatte, stand ich natürlich weiterhin als Ansprechpartner für meine Kollegen zur Verfügung. Das war für mich selbstverständlich.

Wie erfolgte Ihre Rückkehr aus der Elternzeit, bzw. wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Die Rückkehr war so, als ob ich nie weg gewesen wäre, ich konnte sofort meinen alten Arbeitsplatz wieder antreten. Ich bin herzlich aufgenommen worden und habe mich sehr auf meine Kollegen gefreut. Einziger Unterschied: Ich bin wesentlich entspannter zurück in den Beruf gekommen und ich wusste die Arbeit auch wieder mehr zu schätzen.

Würden Sie Ihren Kollegen weiterempfehlen in Elternzeit zu gehen?

Ja, auf alle Fälle! Wie gesagt, es ist einfach eine wunderschöne Zeit, losgelöst von dem normalen Arbeitsleben. Ich kann es daher nur jedem empfehlen, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. Denn die Zeit, die man als Familie miteinander verbringen kann, kommt nie wieder. Vor allem wenn die Kinder so klein sind, dann geht das rasend schnell.