Umfahrung Schwarzkopftunnel – Bauer Spezialtiefbau an großem Projekt der Deutschen Bahn beteiligt

  • 22.07.2014
  •   Fachpressemeldungen

Heigenbrücken / Hain i. Spessart – Zwischen Würzburg und Frankfurt, lässt die Deutsche Bahn einen Streckenabschnitt neu anlegen, der die Passage durch den sogenannten Schwarzkopftunnel ersetzen soll. Die BAUER Spezialtiefbau GmbH aus dem oberbayerischen Schrobenhausen führt in einer Arbeitsgemeinschaft mit den Firmen Alfred Kunz Untertagebau, Baresel GmbH, Schälerbau Berlin und der Leonhard Weiss GmbH & Co. KG die erforderlichen Spezialtiefbauarbeiten aus.

 

Das Projekt „Umfahrung Schwarzkopftunnel“ hat im Grunde zwei Motive: Zum einen genügt der im Jahre 1856 gebaute Schwarzkopftunnel nicht mehr den heutigen Anforderungen; Personenzüge – darunter auch der ICE – können den Tunnel nur mit einer gedrosselten Geschwindigkeit von 70 km/h passieren. Zum anderen brauchen Güterzüge auf dem steilen Anstieg von Aschaffenburg nach Heigenbrücken eine zusätzliche zweite Lok, um die Steigung zu überwinden.

 

Auftraggeber für die neue Trasse ist die Deutsche Bahn mit ihrer Baugesellschaft DB ProjektBau GmbH. Die Abflachung der Steigung erfordert den Bau vier neuer Tunnel, wobei der 2.600 Meter lange Falkentunnel quasi den Schwarzkopftunnel ersetzt und die drei weiteren Tunnel im Gelände aufgrund der künftig flacheren Steigung notwendig werden.

 

Die Arbeiten von Bauer Spezialtiefbau für den etwa 43 Mio. Euro großen Auftrag beinhalten u.a. den Teil der Tunnelerstellung, der nicht bergmännisch sondern in offener Bauweise in mehreren Abschnitten auf eine Länge von 2.800 Meter erfolgt, was bei den Tunnelabschnitten im flacheren Gelände überwiegend der Fall ist. Die Baugruben für diese Tunnelabschnitte werden mit Pfahlwänden und Verbauwänden gesichert. Des Weiteren wird für die Bahndämme der neuen Zugtrasse eine insgesamt 50.000 Meter umfassende Pfahlgründung im SOB-Verfahren hergestellt. Dazu kommen die Bodenvernagelungen auf einer Länge von 550 Metern entlang den Bestandsgleisen sowie sämtliche Aussteifungen und Verankerungen. Um die Tunnelarbeiten, die bergmännisch vorangetrieben werden, vorzubereiten, wurden für die insgesamt zehn Tunnelein- und Ausfahrten Portalbaugruben und Spritzbetonwände mit einer Höhe von bis zu 30 Metern erstellt. Diese Arbeiten führte neben der Bauer Spezialtiefbau teilweise auch die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH, ebenfalls ein Unternehmen der BAUER Gruppe, aus.

 

Die Herstellung der Pfähle mit Durchmesser zwischen 900 und 1.500 Millimeter erfolgt im harten Diorit, Gneis und Bundsandstein. Sie reichen bis in eine Tiefe von 25 Metern wo sie bis zu fünf Meter in Fels eingebunden werden. Im Einsatz sind derzeit zwei BG 40, zwei BG 28 und eine BG 20, drei Ankerbohrgeräte und einige Nagelbohr-und Spritzbetongeräte. Die Bauzeit der neuen Bahnstrecke dauert von Herbst 2013 bis Ende 2017. Die wesentlichen Arbeiten von Bauer sind im Herbst 2015 abgeschlossen.