„Inselprojekt“ der anderen Art: BAUER Spezialtiefbau GmbH führt Bauarbeiten in historischer Altstadt aus

  • 22.05.2013
  •   Fachpressemeldungen

Esslingen, Süddeutschland – Eingebettet in das Neckartal und umgeben von Weinbergen liegt die 90.000-Einwohner-Stadt Esslingen am Neckar, südöstlich von Stuttgart. Die Altstadt ist geprägt von verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern. Einige Wochen lang sah man im März und April auf einer der Neckarinseln im Stadtzentrum ein für die historische Umgebung eher ungewöhnliches Gerät im Einsatz. Hier wird für insgesamt sechs Mio. Euro eine ehemalige Zimmerei saniert und zu einem Restaurant samt Spezialitäten-Markthalle umgebaut. Dafür stellte die Niederlassung Region Süd der BAUER Spezialtiefbau GmbH eine wasserdichte Baugrube mittels einer 70 Meter langen überschnittenen Pfahlwand außerhalb des Altbaus her (Aushubtiefe: vier bis fünf Meter); zum Einsatz kam ein Drehbohrgerät BG 15. Daneben führte die Bauer Spezialtiefbau auch die Anker Erd- und Wasserhaltungsarbeiten aus.

 

Im Gebäude selbst wurde eine Trägerbohlwand mit Holz- und HDI-Ausfachung gebaut – aufgrund der niedrigen Raumhöhe keine ganz einfache Arbeitssituation für das Team um Oberbauleiter Wolfgang Benz und Projektleiter Klaus Schwarz. Für den Verbau im Gebäude wurden zuerst HDI-Säulen für die Abdichtung im Grundwasserbereich hergestellt. Im Nachgang wurden sechs Meter lange gestoßene Stahlträger eingerüttelt und der Verbau oberhalb des Grundwassers mit Holz ausgefacht und verankert.

 

Das Hochdruckinjektionsverfahren ist ein Spezialverfahren zur Unterfangung, Nach- oder Tiefergründung von Gebäuden, für Abdichtungs- oder Aussteifungssohlen und Dammabdichtungen. Zur Herstellung von HDI-Körpern wird ein Bohrgestänge in den Boden gebohrt. Nach Erreichen der Solltiefe tritt aus einer Düse am unteren Ende des Gestänges ein energiereicher Flüssigkeitsstrahl mit Wasser oder Bindemittelsuspension aus. Durch gleichzeitiges Ziehen und Drehen des Bohrgestänges erodiert der Flüssigkeitsstrahl den Boden. Ein Teil des Bodens wird ausgespült. Die gleichzeitig eingebrachte Bindemittelsuspension verfestigt den verbleibenden Boden. Es entsteht ein zylindrischer Erdbetonkörper.

 

Wegen der beschränkten Platzverhältnisse wurde die HDI-Anlage in Esslingen am gegenüberliegenden Ufer aufgebaut. Viel Fingerspitzengefühl erforderte auch ein weiterer Umstand: Obwohl die ehemalige Zimmerei in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahr 1933 errichtet wurde und daher nicht unter Denkmalschutz steht, werden beim Umbau trotzdem die gleichen Maßstäbe wie bei einem denkmalgeschützten Gebäude angelegt.