Ein Jahrzehnt Bauer in Panama: „Lateinamerika ist ein wachsender Markt“

  • 15.03.2018
  •   Fachpressemeldungen

Panama-Stadt – Die BAUER Spezialtiefbau GmbH hat die Entwicklung und den Fortschritt des Spezialtiefbaus maßgeblich geprägt und führt weltweit als verlässlicher Partner Baugruben, Gründungen, Dichtwände und Baugrundverbesserungen aus. Um dabei optimal auf die Besonderheiten und Ansprüche des jeweiligen ausländischen Marktes reagieren zu können, machen mittlerweile mehr als 40 Tochterunternehmen die Spezialtiefbau-Kompetenz und das Fachwissen von Bauer rund um den Globus verfügbar. So kann Bauer nun auch in Lateinamerika auf eine mehr als zehnjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.

 

Ende 2006 mit zwei Mitarbeitern und einem Bauer-Drehbohrgerät BG 22 gegründet, hat sich die BAUER Fundaciones Panamá S.A. in nur einer Dekade mit Standorten in Costa Rica, der Dominikanischen Republik und Kolumbien zum Zentrum der Bauer-Aktivitäten in Lateinamerika entwickelt; darüber hinaus werden auch Arbeiten in den benachbarten Ländern der Region ausgeführt. Aktuell verfügt Bauer in Lateinamerika über acht Großdrehbohrgeräte (BG 28, BG 39 und BG 40), drei Vibro-Einheiten sowie zwei Schlitzwandgreifer und ist somit in der Lage, verschiedenste Spezialtiefbauprojekte – von Bohrpfahlgründungen über Schlitzwandarbeiten und Baugrundverbesserungen bis hin zu Ankerarbeiten – durchzuführen. Ob in Panama selbst, in der Karibik oder auf dem lateinamerikanischen Festland: Bauer war und ist an einigen der umfangreichsten Infrastrukturprojekte der Region beteiligt.

 

Erste U-Bahn-Linie für Panama-Stadt

 

Um die Verkehrssituation in Panamas Hauptstadt zu verbessern und um eine Alternative zum öffentlichen Verkehrsmittel der Metrobusse zu schaffen, wurde von Ende 2010 bis März 2014 die erste U-Bahn-Linie in Panama-Stadt erbaut. Die Metrolinie 1 hat eine Gesamtlänge von knapp 16 km und verfügt über insgesamt 14 Haltestellen – sechs davon oberirdisch aufgeständert und acht unterirdisch. BAUER Fundaciones Panamá S.A. wurde vom Consorcio Línea Uno mit der Ausführung der Schlitzwände von vier unterirdischen U-Bahn-Stationen sowie der Fertigung von mehreren überschnittenen Pfahlwänden für Lüftungs- und Notschächte beauftragt. Bei diesem Projekt kamen unter anderem zwei BAUER BC 40 Fräsen und zwei BG 28 Drehbohrgeräte zum Einsatz. Die Arbeiten dauerten von Juni 2011 bis Juni 2012.

 

Nach der Inbetriebnahme der Metrolinie 1 im März 2014 folgte für BAUER Fundaciones Panamá S.A. der Auftrag für die Gründungsarbeiten einer weiteren U-Bahn-Linie. Im Gegensatz zur Metrolinie 1 verläuft Linie 2 komplett oberirdisch und aufgeständert, was den Bau von mehr als 1.000 Gründungspfählen erforderte. Die Ausführung von insgesamt 770 dieser Pfähle wurde Ende 2015 an Bauer vergeben. Die Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 2,25 m mussten bis in eine Tiefe von 40 m eingebracht werden – und das inmitten des Verkehrs einer stark befahrenen Stadtautobahn und ohne den stetigen Straßenverkehr zu unterbrechen. Bei den Pfahlbohrarbeiten kamen unter anderem eine BG 40, eine BG 39 und eine BG 28 zum Einsatz. Mit der Ausführung verschiedener Zusatzarbeiten wurde das Projekt im Februar 2018 abgeschlossen.

 

Künstliche Inseln vor der Küste von Panama-Stadt

 

Im Rahmen eines privaten Immobilienbauprojekts begannen vor der Pazifikküste von Panama-Stadt im Jahr 2012 die Arbeiten an zwei künstlich aufgeschütteten Inseln: den Ocean Reef Islands. Zu diesem Zweck wurde Sand vom Meeresboden ausgebaggert, mit Schiffen vor die Küste transportiert und mithilfe eines Rohrleitungssystems am jeweiligen Bestimmungsort aufgespült. So konnten für die beiden künstlichen Inseln insgesamt 180.000 m² neues Land gewonnen werden.

 

Um den Untergrund für eine Bebauung vorzubereiten, wurde Bauer von Boskalis Panama mit der Rütteldruckverdichtung (RDV) des Sandes bis in eine Tiefe von 15 m beauftragt. Bei diesem Verfahren wird der Sand durch eine Wasser- oder Luftspülung „in Schwebe“ gebracht, der Rüttler versinkt und an der Geländeoberfläche bildet sich ein Setzungstrichter, der mit Zugabematerial gefüllt wird. Durch schrittweises Ziehen des Rüttlers entsteht eine verdichtete Zone. Die Rütteldruckverdichtung der ersten Insel wurde in einem dreieckigen Raster von 3 x 3 m und mit mehr als 12.000 Verdichtungspunkten durchgeführt. Die Arbeiten erfolgten von Juni bis November 2012. Für die zweite Insel war ein größeres Raster von 3,2 x 3,2 m möglich, weshalb hier „nur“ 9.000 Verdichtungspunkte notwendig waren. Im April 2017 konnten die Arbeiten an der zweiten Insel nach sechs Monaten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

 

Neuer Frachthafen in Costa Rica

 

Die Hafenanlagen von Costa Rica reichen nicht mehr aus, um den wachsenden Frachtverkehr des Landes zu bewältigen. Aus diesem Grund entsteht aktuell in der Nähe des Hafens von Moin ein neuer Containerterminal auf einer künstlichen Insel. Die Arbeiten der ersten Bauphase begannen im Jahr 2015 und umfassen eine 40 ha große Containerlagerfläche sowie die 650 m lange Kaianlage.

 

Bauer wurde vom niederländischen Konsortium Van Oord-BAM Ltda. mit der Ausführung von 180.000 m Schottersäulen beauftragt, die mithilfe der Rüttelstopfverdichtung bis in eine Tiefe von 24 m eingebracht wurden. Bei diesem Verfahren wird Zugabematerial direkt bis zur Rüttelspitze transportiert, durch mehrere Stopfschritte verdichtet und in den anstehenden Boden eingepresst. Zudem führte Bauer 330.000 m³ Bodenverbesserung im Mixed-in-Place-Verfahren aus, wobei der anstehende Boden mit einer Dreifachschnecke aufgebrochen, umgelagert und die Porenräume mit Bindemittelsuspension verfüllt wurden. Zusätzlich wurden die obersten 3 m der Containerlagerfläche mithilfe einer High-Energy-Impact-Walze verdichtet. Die Hauptarbeiten an der Baugrundverbesserung wurden im Mai 2017 nach zwölfmonatiger Bauphase abgeschlossen.

 

Gründungsarbeiten für neues Kraftwerk in der Dominikanischen Republik

 

Die Dominikanische Republik erlebt häufig massive Stromausfälle, von denen oftmals der gesamte Inselstaat mit einer Fläche von 49.000 km² betroffen ist. Um diesem Problem entgegenzuwirken, entsteht 40 km von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt ein neues Kohlekraftwerk, das die Energieversorgung des Landes zukünftig sicherstellen soll.

Im September 2014 erhielt Bauer vom Konsortium Odebrecht-Tecnimont-Estrella den Auftrag für alle notwendigen Tiefbau- und Bodenverbesserungsarbeiten des 720 MW Kraftwerks Punta Catalina. Das Projekt umfasste die Gründungsarbeiten für alle wichtigen Strukturen der Anlage, darunter die Turbinenhalle des 160 m hohen Schornsteins und des Kohlelagers. Zusätzlich wurde der Bau von Schlitz- und Dichtwänden für die Ein- und Auslaufbauwerke des Kühlwassers im Küstenbereich beauftragt.

 

Die von Bauer ausgeführten Arbeiten umfassten die Bodenverdichtung mit rund 210.000 m Rüttelstopfsäulen bis in eine Tiefe von 17 m, die Herstellung von 72.000 m suspensionsgestützter Bohrpfähle mit einem Durchmesser von bis zu 1,2 m und den Bau von 13.000 m² Schlitzwand mit einer Dicke von 1,2 m und 30 m Tiefe. Zusätzlich wurden 2.500 m² einer Zweiphasendichtwand ausgeführt. Bei den Arbeiten kamen unter anderem drei BAUER BG 28 Drehbohrgeräte, ein Schlitzwandgreifer sowie drei Vibro-Einheiten zum Einsatz. Die Arbeiten wurden innerhalb von 30 Monaten erfolgreich abgeschlossen.

 

Neben diesen Projekten konnte Bauer in den letzten Jahren viele weitere Aufträge in Lateinamerika erfolgreich akquirieren, ausführen und abschließen. „Lateinamerika ist ein wachsender Markt, der immer höhere Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur erfordert. Es werden immer mehr und immer komplexere Projekte geplant und durchgeführt, um das Bedürfnis der Menschen nach neuen Straßen, Häfen, Flughäfen und einer sicheren Energieversorgung zu befriedigen“, so Hans Schwarzweller, Geschäftsführer von BAUER Fundaciones Panamá S.A. „Im letzten Jahrzehnt konnten wir uns in der Region als verlässlicher Partner für alle Arten von Spezialtiefbauprojekten etablieren – nicht zuletzt dank der erfolgreichen Umsetzung anspruchsvoller und prestigeträchtiger Projekte.“