Deichsanierungsprojekt in Jordanien: Bauer führt Dichtwandarbeiten für Erdbecken am Toten Meer aus

  • 15.03.2021
  •   BST Fachpressemeldungen

Amman, Jordanien – Kalisalze sind ein wesentlicher Bestandteil von Düngemitteln. In vielen Regionen der Welt werden sie aus großen unterirdischen Lagerstätten gewonnen, die ihren Ursprung in ausgetrockneten Urmeeren haben. Auch das Tote Meer ist reich an Kalisalz. Die Arab Potash Company (APC) in Jordanien nutzt dieses natürliche Vorkommen als Basis für die Produktion von Carnallit. Gewonnen wird das Mineral in mehreren Erdbecken mit einer Fläche von 112 km2 am südlichen Ende des Toten Meeres, in denen das hineingepumpte Salzwasser verdunstet und der begehrte Rohstoff zurückbleibt. Das Besondere daran ist, dass die Becken rund 400 m unter dem mittleren Meeresspiegel und damit am tiefsten Punkt der Erde (über Wasser) liegen. Allerdings sind die Deiche, die die Becken umgeben, im Laufe der Zeit durchlässig geworden und müssen nun instandgesetzt werden.

 

Im Jahr 2018 wurde BAUER International FZE, ein Tochterunternehmen der BAUER Spezialtiefbau GmbH, mit dem Bau von rund 112.000 m2 Dichtwand auf einer Länge von 4,2 km an einem der Hauptdeiche beauftragt. In der anschließenden Vorbereitungsphase baute Geschäftsführer Georges Abdo in der jordanischen Wüste eine komplette Baustellenorganisation quasi von Grund auf auf – mit der Site Group war jedoch bereits eine Bauer-Tochtergesellschaft im Land präsent und unterstützte die Kollegen tatkräftig.

 

Der eigentliche Startschuss für das Projekt fiel im April 2019 und brachte interessante Herausforderungen mit sich: Einerseits mussten die Dichtwandarbeiten in nur 16 Monaten durchgeführt werden. Andererseits erschwerten eine komplizierte Logistik, die Mobilisierung von Fachpersonal, raue Wetterbedingungen, eine extrem salzhaltige Umgebung und andere Faktoren die Arbeiten. Eine besondere Herausforderung stellte der Untergrund dar: Aufgrund der harten kristallinen Salzschichten mussten für den Bau der Dichtwand zwei Fräsen anstelle von Greifern eingesetzt werden. Zudem wirkte sich der hohe Salzgehalt negativ auf die Stützflüssigkeit und die Abbindeeigenschaften des Betons aus. Aber auch dieses Problem lösten die Experten von Bauer und entwickelten Stützflüssigkeiten für das Zweiphasensystem auf der Basis von salzresistentem Tonmineral und Polymeren. Verschiedene weltweite Bentonitvorkommen wurden getestet, bis die geeignete Zusammensetzung entwickelt werden konnte. Ein neuartiges, inclinometergeführtes Spundwandeinbaukonzept erwies sich als zuverlässig, um eine kontinuierliche Verbindung zu erreichen.

 

„Das vertrauensvolle und sehr kooperative Verhältnis zum Bauherrn, der uns in außerordentlicher Weise unterstützt hat, war ein entscheidender Faktor bei der Überwindung einer Vielzahl von administrativen und organisatorischen Hürden“, berichtet Georges Abdo, Geschäftsführer von Bauer FZE in Jordanien. Alle Probleme konnten gelöst werden.

 

Eine zusätzliche Herausforderung stellte das nach Jordanien gelangte Coronavirus dar. Während des Lockdowns und nach der Zwangspause leistete der Auftraggeber zusätzliche Unterstützung und schaffte es, eine Sondergenehmigung zu erhalten, damit die Arbeiten auf der Baustelle unter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen beginnen konnten. Ein zentraler Krisenstab unter der Leitung von Bauer-Projektleiter Hassan Farhat sorgte dafür, dass die Nachbesserungsmaßnahmen so durchgeführt wurden, dass nicht nur alle Hindernisse überwunden, sondern auch die Verzögerungen aufgeholt werden konnten. Am Ende konnte Bauer das Projekt vor dem geplanten Termin im Oktober 2020 abschließen – ein großer Erfolg, von dem auch der Auftraggeber beeindruckt war und BAUER International FZE mittlerweile mit weiteren Sanierungsabschnitten beauftragt hat.

 

Hier geht's zum Video: https://youtu.be/IYfmF2gVcZA