BAUER Maschinen GmbH - Hausausstellung 2011

  • 08.06.2011
  •   Fachpressemeldungen

Schrobenhausen – Was gibt’s neues an Gerätetechnik für den Spezialtiefbau? Diese Frage klärte sich wieder bei der viertägigen Hausausstellung der BAUER Maschinen GmbH im Frühsommer 2011. Über 1.700 Fachbesucher aus aller Welt kamen nach Schrobenhausen.

 

Zur Eröffnung begrüßte Thomas Bauer, Vorstandsvorsitzender der BAUER AG, neben dem Fachpublikum auch zahlreiche Gäste aus dem regionalen Umfeld. Dabei skizzierte er kurz die Bilanz des Bauer-Konzerns, der das Geschäftsjahr 2010 mit einer Leistung von 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen hat. Nach zwei schwierigen Jahren der Finanzkrise ist eine sichtbare Erholung feststellbar.

 

Dieter Stetter, Geschäftsführer der BAUER Maschinen GmbH, ging auf die Neuentwicklungen im Maschinenbau ein. Neuerdings sind die Geräte auf die TIER 4-Abgasnorm eingestellt. Zu den Neuerungen, die alle Bohrgeräte betreffen, gehört ein Stapelballast, der einfacher an- und abzubauen ist als der bislang verwendete.

 

Bei den Drehbohrgeräten, dem Kernbereich des Bauer-Maschinenbaus, wurde eine organisatorische Neugliederung vorgenommen: Die große Palette der Bohrgeräte, die neben der Abstufung in den Größenordnungen auch zahlreiche Variationen für Spezialaufgaben beinhaltet, wurde in zwei Schwerpunkt-Bereiche gegliedert: In der „Value Line“ sind künftig die Standard-Geräte, die nur ein Bohrverfahren – vor allem das Kellybohren – beherrschen, eingeordnet. Die Spezialgeräte sind für schwierigste Einsätze als Multifunktionsgeräte modifizierbar, sie werden als „Premium Line“ geführt.

 

Ergänzt wurde die Maschinen-Präsentation auf dem Freigelände durch Darstellung einzelner Bereiche in der Ausstellungshalle „Alte Schweißerei.“ Hier präsentierte sich die Firma Eurodrill mit ihren Drehantrieben und die neu konzipierte Abteilung „Parts & Service“ mit ihrem ersten Ersatzteil-Katalog, außerdem stellte sich das Bauer Training Center vor, das neuerdings den Gerätefahrer-Führerschein organisiert. An originalen Führerständen konnten die Besucher verschiedene Verfahren des Spezialtiefbaus durchspielen.

 

Den zahlreichen Gästen aus über siebzig Ländern wurde auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm geboten, damit war die Atmosphäre auf dem Gelände nicht nur von Technik und Geschäft geprägt. Es gab ansprechende Musik – so von einer Jazz-Gruppe aus St. Petersburg, einer Blues-Band und von einer bayerischen Blaskapelle aus dem Allgäu. Die gute Stimmung konstatierte Thomas Bauer mit Freude: „Es ist phantastisch, was sich hier auf engs-tem Raum abspielt, wie sich Gäste aus aller Welt bei uns wohlfühlen – es sind auch wieder neue Länder hinzugekommen!“


Neue Maschinen für den Spezialtiefbau

 

Bei der Präsentation aller Geräte für den Spezialtiefbau zeigte Bauer wieder alle Neuerungen, die sowohl in der Bauer Maschinen GmbH in Schrobenhausen wie in den verschiedenen Maschinen-Tochterfirmen konstruiert und gebaut werden. Am Ausstellungsgelände waren alle Logos der Maschinenfirmen zu sehen: RTG Rammtechnik, MAT Mischanlagentechnik, Prakla-Brunnenbohrgeräte, die Sprenglochbohrgeräte von Hausherr, ABS Trenchless sowie die Hämmer von Pileco und Fambo. Ein großes Programm zeigte Klemm Bohrtechnik und präsentierte erstmals das neue Konzept, eine Mastverlängerung aus dem hochbelastbaren Material Karbon herzustellen.


Trägergerät Seilbagger MC 96

 

Das auffallendste Gerät der Bauer-Hausausstellung war der neue Spezialtiefbau-Kran MC 96. Mit dieser Anlage der mittleren Größenordnung ist Bauer Maschinen damit in allen Größenordnungen optimal vertreten. Der MC 96 besitzt einen 570-kW-Motor, hat zwei 350 kN starke Freifallwinden und bringt eine Hublast von 130 t. Der Kran war mit einer Bauer-Schlitzwandfräse BC 40 ausgerüstet, bei der eine 90-Grad-Verdrehung möglich ist.


Bauer-Bohrgerät BG 30

 

Hinter dem neuen Bauer-Bohrgerät BG 30 steckt eine Neukonzeption, ein Relaunch der bisherigen BG 28. Diese BG 30 ist je nach Marktanforderung mit TIER 4 oder TIER 3 Motor ausgerüstet, außerdem sorgt der neue Stapelballast – eine Art Baustein-System anstatt der bisherigen Konstruktion mit dem starren Zwischengewicht – für mehr Flexibilität bei unterschiedlichem Einsatz. Auf der Hausausstellung war ein Gerät mit einer CSM-Einheit ausgerüstet, eine zweite BG 30 wurde mit einer Verrohrungsanlage gezeigt.


BG 24 H mit kurzem Mast

 

Unter den Drehbohrgeräten wurde eine Bauer BG 24 H mit kurzem Mast vorgestellt, die bei begrenzter Arbeitshöhe – beispielsweise unter Oberleitungen – arbeiten kann. Bei der vorgestellten nur 8,5 m hohen Version ist eine Bohrachserweiterung um 400 mm auf 1.400 mm möglich.


Maschinenvorführung im Werk Aresing

 

Besten Zuspruch fanden jeden Tag die Vorführungen der Großgeräte auf dem Freigelände des Werkes Aresing. Hier wurden mehrere Verfahren vorgestellt, als erstes ein Rammgerät RG 25 von RTG Rammtechnik mit Doppelkopf als VdW-System.

 

Mit einer Bauer BG 40 simulierte man an einem Betonblock von über 50 MPa festem Beton das Felsbohren; dabei wurde der Vollschnittbohrkopf vorgestellt, der beim Bohren ganzflächig auf den Fels einwirkt. Das bekannte Rollenmeißelkernbohrrohr hingegen bohrt einen Ring aus, dessen freigestellter Kern dann aus dem Bohrloch herausgebrochen werden kann. In diese Richtung wendet sich auch der Active Core Catcher, mit dessen Hilfe beim Kernbohren – mit einer Greifertechnik – beispielsweise Findlinge geborgen werden können.


Mit einem Tiefenrüttler TR 17 an einer BF 12 wurde das Anfahren der eingemessenen Bohrpunkte durch eine GPS-Positionierung gezeigt. Dabei war die Fahrer-Kabine abgedunkelt, die Punkte wurden durch das GPS-System angesteuert. Vorgestellt wurde außerdem ein Fambo-Hammer HR 7000 am Seilbagger MC 32; damit wurde die Pfahlrammung mit einem Stahlrohr simuliert.