BAUER AG geht nach schwierigem Geschäftsjahr mit hohem Auftragsbestand ins Jahr 2014

  • 11.04.2014
  •   irrelease
  • Gesamtkonzernleistung steigt um 4,9 Prozent auf 1.506,2 Mio. Euro.
  • Periodenergebnis geht auf -19,4 Mio. Euro (Vj.: 25,8 Mio. Euro) zurück.
  • Auftragsbestand befindet sich mit 765,2 Mio. Euro (Vj.: 785,0 Mio. Euro) auf hohem Niveau.
  • Prognose für 2014: Konzern erwartet Gesamtkonzernleistung von etwa 1,55 Mrd. Euro, Nachsteuerergebnis von etwa 20 bis 25 Mio. Euro und EBIT von etwa 75 Mio. Euro.

 

Schrobenhausen/München – Die BAUER Gruppe hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Einmaleffekte und projektspezifische Einflüsse, sowie stärkerer Wettbewerb beeinträchtigten die Ergebnisse der drei Segmente des international tätigen Bau- und Maschinenbaukonzerns.

 

Die Gesamtkonzernleistung konnte um 4,9 Prozent von 1.435,8 Mio. Euro auf 1.506,2 Mio. Euro gesteigert werden. Wegen größerer Sondereffekte musste das Unternehmen jedoch erstmals seit 14 Jahren wieder einen Verlust ausweisen: Das Periodenergebnis betrug -19,4 Mio. Euro (Vj.: 25,8 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf 32,1 Mio. Euro (Vj.: 72,0 Mio. Euro) zurück. Mit diesen Geschäftsergebnissen liegt der Konzern im Rahmen der letzten Prognose vom Oktober 2013.

 

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, keine Dividende auszuschütten (Vj.: 0,30 Euro). „Nach einem Jahr wie 2013 ist es dringend geboten, die Mittel im Unternehmen zu belassen“, so Prof. Thomas Bauer, Vorstandsvorsitzender der BAUER Aktiengesellschaft. „Grundsätzlich wollen wir auch künftig an unserer Dividendenpolitik festhalten, wonach wir unsere Aktionäre angemessen am Erfolg des Unternehmens beteiligen.“


Geschäftssegmente

 

Mit seinen drei Segmenten Bau, Maschinen und Resources und dem breit diversifizierten Geschäftsmodell ist der Konzern mit mehr als 110 Tochterunternehmen in rund 70 Ländern der Welt tätig.

 

Das Segment Bau war geprägt von Großprojekten in Russland, Saudi-Arabien, Hongkong und den USA. Diese trugen wesentlich zur Steigerung der Gesamtkonzernleistung um 13,4 Prozent auf 742,7 Mio. Euro (Vj.: 655,2 Mio. Euro) bei. Aus unterschiedlichsten Gründen verzögerten sich einige Großprojekte im ersten Halbjahr; Witterungseinflüsse im ersten Quartal sowie einige schwache Märkte und politische Einflüsse belasteten das Ergebnis zusätzlich. Während sich das operative Ergebnis (EBIT) mit 22,8 Mio. Euro leicht gegenüber dem Vorjahr (22,0 Mio. Euro) erhöhte, konnte das geplante Periodenergebnis nicht erreicht werden. Dieses ging von 8,6 Mio. Euro auf 5,5 Mio. Euro zurück.

 

Der Auftragsbestand zum Jahresende zeichnet sich durch eine gleichmäßige regionale Verteilung rund um den Globus aus. Mit 498,7 Mio. Euro lag er nur knapp unter dem hohen Vorjahreswert von 513,1 Mio. Euro.

 

Im Segment Maschinen konnten insgesamt wieder mehr Geräte verkauft werden. Stärkerer Wettbewerb, schwache Märkte in Indien, China und Südamerika sowie ein schwacher Auftragseingang bei Groß- und Sondergeräten wirkten sich auf das Ergebnis aus. Die Gesamtkonzernleistung konnte um 6,7 Prozent von 589,1 Mio. Euro auf 628,6 Mio. Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) ging um 5,2 Prozent von 34,0 Mio. Euro auf 32,2 Mio. Euro etwas zurück, das Periodenergebnis verringerte sich von 8,9 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro.
Der Auftragsbestand entwickelte sich auf einem höheren Niveau als im Vorjahr und über die Quartale hinweg steigend. Da der Großteil der beauftragten Geräte noch im Dezember ausgeliefert wurde, belief sich der Auftragsbestand zum Jahresende mit 116,5 Mio. Euro wieder nahezu auf dem Vorjahreswert von 113,1 Mio. Euro.

 

Das Segment Resources war im vergangenen Geschäftsjahr zahlreichen Problemen und schwierigen Marktsituationen ausgesetzt, die sich auf den Geschäftsverlauf des Konzerns ausgewirkt haben. Zu einem negativen Sondereffekt kam es durch ein Brunnenbauprojekt in Jordanien: Die ursprünglich erwarteten Ergebnisse mussten nach Abschluss des Großprojekts um etwa 20 Mio. Euro reduziert werden. Komplexe Projektbedingungen hatten bei den beteiligten Bauunternehmen zu deutlichen Kostenerhöhungen geführt und konnten − auch wegen der schwierigen finanziellen Lage des Landes Jordanien − nicht gütlich geregelt werden. Die Gesamtkonzernleistung ging um 27,8 Prozent von 262,8 Mio. Euro auf 189,9 Mio. Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug -23,6 Mio. Euro (Vj.: 15,2 Mio. Euro). Das Periodenergebnis verringerte sich entsprechend von 5,7 Mio. Euro auf -31,4 Mio. Euro. Das Segment wurde neu ausgerichtet, die bisherige Organisation in drei Themenbereiche von einer Regionalstruktur abgelöst. Im Zuge dessen wurden einzelne Gesellschaften zusammengelegt, Standorte zum Teil geschlossen und die Kostenstrukturen verbessert.
Der Auftragsbestand ging von 158,8 Mio. Euro um 5,5 Prozent auf 150,0 Mio. Euro leicht zurück.


Finanzierung

 

Das negative Ergebnis zum Jahresende führte dazu, dass die mit Banken für Schuldscheindarlehen und einige langfristige Darlehen vereinbarte Relation (Covenant) hinsichtlich Nettoverschuldung zu EBITDA, nicht eingehalten werden konnte. Um die Finanzierung für die kommenden Jahre abzusichern, wird das Unternehmen mit seinen Hausbanken einen Konsortialkredit vereinbaren. Die Verhandlungen dazu dürften demnächst abgeschlossen sein.

 

Der Konzern hat bereits 2013 ein umfassendes Kostensenkungsprogramm gestartet, mit dem rund 20 Mio. Euro eingespart werden sollen, und das dazu beitragen soll, die zusätzlichen Belastungen tragen und die Ergebnisziele erreichen zu können.


Auftragsbestand und Ausblick

 

Insgesamt weist die Unternehmensgruppe zum Geschäftsjahresende einen Auftragsbestand auf hohem Niveau aus. Mit 765,2 Mio. Euro liegt er nur leicht unter dem Vorjahr mit 785,0 Mio. Euro.

 

„Im vergangenen Jahr trafen eine Reihe von Einzelproblemen zusammen, die in Summe zu einem unbefriedigenden Ergebnis führten. Das ändert aber nichts daran, dass die BAUER Gruppe grundsätzlich solide aufgestellt und fähig ist, nachhaltig Erträge zu erwirtschaften“, kommentiert Prof. Thomas Bauer. „Es ist uns gelungen, die Leistung leicht zu steigern und wir haben ausreichend Aufträge akquiriert, um im laufenden Jahr wieder eine positive Entwicklung erreichen zu können.“

 

Der Konzern rechnet für 2014 mit einer Gesamtkonzernleistung in Höhe von etwa 1,55 Mrd. Euro. Er erwartet ein Ergebnis nach Steuern von etwa 20 bis 25 Mio. Euro sowie ein EBIT von etwa 75 Mio. Euro. Dabei wird das erste Quartal wie üblich mit einem Verlust abschließen, der in den Folgequartalen ausgeglichen werden kann.



Über Bauer

 

Bauer ist Anbieter von Dienstleistungen, Maschinen und Produkten für Boden und Grundwasser. Der Konzern ist mit seinen Leistungen und Produkten auf den weltweiten Märkten vertreten. Infolge der globalen Präsenz ist Bauer in hohem Maße von konjunkturellen Schwankungen unabhängig.

 

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei Segmente aufgeteilt: Bau, Maschinen und Resources. Das Segment Bau umfasst Spezialtiefbauleistungen für komplexe Baugruben und Gründungen für große Infrastrukturmaßnahmen und Gebäude, Dichtwände sowie Baugrundverbesserungen in aller Welt und deren Projektentwicklung. Im Segment Maschinen bietet Bauer als Weltmarktführer ein umfassendes Sortiment von Maschinen, Geräten und Werkzeugen für den Spezialtiefbau sowie für Bohrarbeiten im Untergrund wie für Minen, Wasserbrunnen, Geothermie, Öl und Gas. Das Segment Resources umfasst die Aktivitäten des Konzerns in den Bereichen Wasser, Energie, Bodenschätze und Umwelttechnik.

 

Bauer profitiert in hohem Maße durch das Ineinandergreifen der drei Geschäftsbereiche und positioniert sich als innovativer, hoch spezialisierter Anbieter von Komplettlösungen und Serviceleistungen für anspruchsvolle Spezialtiefbauarbeiten und angrenzende Märkte.

 

Gegründet 1790 erwirtschaftet Bauer heute etwa drei Viertel seiner Leistung im Ausland. Der Konzern erzielte 2013 mit etwa 10.300 Mitarbeitern eine Gesamtkonzernleistung von rund 1,5 Milliarden Euro (Vj. 1,44 Milliarden Euro). Die BAUER Aktiengesellschaft ist seit dem 4. Juli 2006 im amtlichen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard, ISIN DE0005168108) gelistet.

 

 

Ansprechpartner:
Christopher Wolf
Investor Relations
BAUER Aktiengesellschaft
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