40 Jahre Bauer-Drehbohrtechnik: Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

  • 30.09.2016
  •   Fachpressemeldungen

Schrobenhausen – Gründungspfähle von Bauer tragen die Glaskuppel über dem Reichstag in Berlin, auf Bauer-Pfählen steht der 828 Meter hohe Burj Khalifa in Dubai – seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat Bauer den Spezialtiefbau maßgeblich mitbestimmt. Vor 40 Jahren kam mit der BAUER BG 7 ein Drehbohrgerät auf die Baustellen, das alle Konkurrenzgeräte in den Schatten stellte. Die neue Maschine übertraf 1976 die am Markt vorhandenen Bohranlagen durch technische Neuerungen, die eine deutliche Steigerung der Leistungsfähigkeit und auch der Zuverlässigkeit mit sich brachten: Zum starken Mast kam eine massive Kellystange, eine zusätzliche Seilwinde, ein Zylindervorschub und ein Hydraulikantrieb mit einem in dieser Kategorie noch nie zuvor gesehenen Drehmoment.

 

Die BG 7 bildete neben dem wenige Jahre zuvor entwickelten Ankerbohrwagen den entscheidenden Schritt zum Bauer-Maschinenbau. Bei Bauer hatten damals, vor allem mit dem im Haus erfundenen Verpressanker, die Pfahlbohraufgaben stark zugenommen. Allerdings war die Arbeit mit den damals marktgängigen Bohrgeräten technisch unbefriedigend. Diese Anlagen waren in allen Belangen zu leicht. Zum relativ schwachen Mast gehörte eine schmächtige Vierkant-Kelly, die häufig abgedreht wurde. Weitere Schwachpunkte waren ein anfälliger Kettenvorschub und ein viel zu geringes Drehmoment. Der damalige Firmenchef Dr. Karlheinz Bauer entschied: Jetzt bauen wir selbst, das Bohren muss wirtschaftlicher werden.

 

Mit Mut und vielen neuen Ideen gingen Dr. Karlheinz Bauer und der Maschinenbauingenieur Hans Haberer an ein Konzept. Die einzelnen Komponenten waren auf das Wesentliche ausgerichtet, auf das Pfahlbohren und nichts weiter. Sie nahmen die Erfahrungen aus vielen Baustellen auf.

 

Die ersten Einsätze absolvierte die BG 7 auf Baustellen in Nordbayern, in Nürnberg und Bayreuth. Es musste sich zunächst einspielen, dass das neue Gerät die Akquisition und die Kalkulation der Projekte beeinflusste, der zeitliche Aufwand einer Baustelle war neu anzusetzen. Wo man früher zwei Pfähle in der Woche herstellte, kam das neue Gerät auf eine Leistung von mehreren Pfählen pro Tag. Die Phase der Neuorientierung war aber schnell überwunden, die Art, wie man jetzt der Konkurrenz überlegen war, begeisterte die Teams auf den Baustellen. Einen entscheidenden technischen Sprung brachte bald eine revolutionäre Neuerung – die verriegelbare Kellystange.

 

Ursprünglich war die BG 7 nur für den Bedarf des eigenen Baubetriebs gedacht, doch die Konkurrenz schaute bald begehrlich auf die Maschine, mit der der Bauer-Spezialtiefbau alle anderen mit wirtschaftlichen Vorteilen überflügelte. Schließlich fiel die Entscheidung für den Verkauf. Als Trumpfkarte für die weitere Entwicklung des Bauer-Maschinenbaus erwies sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten der enge Kontakt von Baupraxis und Maschinenkonstruktion. Bauleiter erkannten die Probleme im Maschineneinsatz und gaben Rückmeldung an die Konstrukteure. Viele Anregungen kamen von den Auslandsbaustellen.

 

Konstruktion und Bau des ersten Drehbohrgeräts nahmen kaum drei Monate in Anspruch. Der schnell einsetzende Erfolg der BAUER BG 7 lässt sich an Zahlen ablesen: Im ersten Jahr wurden zwei Geräte gebaut, 1977 ebenfalls zwei, 1978 dann schon neun, 1979 elf und 1980 bereits 14. Im Jahr 1980 – mittlerweile war auch die größere BG 11 schon im Einsatz – wurde erstmals Bauer-Drehbohrtechnik auf der Bauma gezeigt. Auf der Bauma 1989 präsentierte sich Bauer erstmals mit einem eigenen Stand und dem BG 30 Drehbohrgerät. Heute ist Bauer der Weltmarktführer in Sachen Spezialtiefbautechnologie.