SEGMENT MASCHINEN – GERÄTE NACHHALTIG ENTWICKELN UND BETREIBEN
Jedes Produkt durchläuft von der Idee und der Entwicklung, über die Herstellung sowie Verwendung bis hin zum Ersatz und der Verwertung einen eigenen Lebenszyklus. Dies ist natürlich auch bei den Maschinen und Anlagen der Firma Bauer nicht anders.
Um bereits in der Entwicklungsphase der Grundidee eines nachhaltigen Produktes gerecht zu werden, existieren Ökochecklisten, die den Projektverantwortlichen im Hinblick auf den kompletten Produktlebenszyklus schon in diesem frühen Stadium Orientierung bieten. Auch im nächsten Schritt, der Konstruktion, wurden ökologische Leitlinien verfasst, deren Einhaltung nicht nur im eigenen Hause, sondern auch von beauftragen Dritten gefordert wird. Dort ist u. a. festgeschrieben, dass Hydraulik- und Kraftstoffsysteme derart zu konstruieren sind, dass biologisch abbaubare Öle eingesetzt werden können. Ein weiterer Punkt ist bspw. die Beachtung der Richtlinien bezüglich Schallemissionen. Einige der Bohrgeräte sind mit einem Öko-Modus erhältlich, bei dem die Kühlung bei geringerer Leistung gedrosselt oder abgeschaltet werden kann. Auch der Motor hat dann im Teillastbereich einen besseren Wirkungsgrad. Dies senkt den Energieaufwand spürbar.
Während des Betriebs der Geräte ist vor allem die Leistungseffizienz entscheidend. Messungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Bauer-Geräte einen deutlich höheren Wirkungsgrad erreichen als vergleichbare Geräte anderer Hersteller. Durch die Detailarbeit, die für das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten sowohl im Systemengineering als auch in der optimalen Einstellung der Komponenten in der Produktion geleistet wird, kann der Kunde am Ende eine effizientere und im Kraftstoffverbrauch sowie den Emissionen günstigere Maschine verwenden.
Gerade in der jüngsten Vergangenheit stiegen im Hinblick auf die Emissionen die gesetzlichen Anforderungen. Mit der Einführung von Tier IV in den USA und der entsprechenden Stufe IIIB in Europa
zum Ende des Jahres 2010 wurden die Grenzwerte für Schadstoffe nochmals deutlich abgesenkt. Motoren und Hydraulikkomponenten für unsere Geräte werden von diversen Herstellern zugekauft. Mit den neuen Vorgaben haben sich auch die Dimensionen der Motoren verändert. Die Bauer Maschinen-Firmen haben dies genutzt, um bei den unterschiedlichsten Gerätetypen generelle Updates vorzunehmen. Heute können wir bereits viele Geräte serienmäßig mit Tier IV-Motoren anbieten. Allerdings benötigen die neuen Motoren zur Einhaltung der Tier IV-Vorgaben schwefelarmes Diesel oder Harnstoff zur Abgasreinigung. Beides ist nur in den USA, Europa und wenigen anderen Ländern verfügbar. Dies bedeutet, dass wir über mehrere Jahre Maschinen mit zwei Motorvarianten produzieren und anbieten müssen.
Immer wieder entdeckt man Bauer-Geräte bei Projekten auf der ganzen Welt, die bereits sehr lange im Betrieb sind. Auch Geräte, die über 20 Jahre im Einsatz waren, sind ab und an zu finden. Generell sind wir bestrebt langlebige Maschinen zu produzieren – vor allem natürlich wegen des damit verbundenen Kundennutzens. Während dieser langen Einsatzzeit ist es natürlich, dass Verbrauchsteile ausgetauscht oder ganze Geräte runderneuert werden. In unserem Werk in Singapur werden gezielt solche Runderneuerungen vorgenommen, um die Maschinen dann wieder in einem generalüberholten Zustand auf den Markt bringen zu können. Weltweit betreiben wir unsere Produktions- und Werkstätten, um flexibel und schnell auf die Wünsche unserer Kunden reagieren zu können.
Am Ende des Produktlebenszyklus einer Maschine kann diese ohne größere Umweltbelastung dem Recycling zugeführt werden. Die Geräte bestehen zum größten Teil aus reinem Stahl; auf Verbundstoffe kann fast vollständig verzichtet werden. Nach Ablassen der Öle, Schmier- und Kraftstoffe können die Geräte nahezu komplett recycelt und die gewonnen Rohstoffe in einem neuen Produktzyklus verwendet werden.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM BAUER KONZERN
| 2009 | 2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bau | Maschinen | Resources | BAUER Gruppe | Bau | Maschinen | Resources | BAUER Gruppe | |
| Gesamtkonzernleistung (in Mio. EUR) |
581.920 | 530.605 | 165.805 | 1.278.330 | 598.530 | 533.439 | 172.048 | 1.304.017 |
| Aufwendungen für F&E (in Mio. EUR) |
2.300 | 22.448 | 1.603 | 26.351 | 2.678 | 23.062 | 1.925 | 27.665 |
| in % der Gesamtkonzernleistung | 0,4% | 4,2% | 1,0% | 2,1% | 0,4% | 4,3% | 1,1% | 2,1% |
| Konzernmitarbeiter | 5.308 | 2.493 | 656 | 8.674 | 5.055 | 2.775 | 1.019 | 9.094 |
| Mitarbeiter F&E | 44 | 180 | 19 | 243 | 48 | 184 | 20 | 252 |
| Patentfamilien | 250 | 260 | ||||||
| Anmeldungen, Patente, etc. | 1.050 | 1.080 | ||||||
KOOPERATIONEN
Im Jahre 2010 hat sich die BAUER Maschinen GmbH verstärkt auf Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgerichtet. Die Abteilung Entwicklung und Konstruktion will sich in Zukunft noch mehr finanziell und personell für eine solche Zusammenarbeit engagieren. Beispielsweise ist man in einem Projekt der Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen (FVB), welches von der Bundesregierung gefördert wird, vertreten. Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines Benchmarking von mobilen Arbeitsmaschinen zur Ermittlung der Energieeffizienzklasse sowie zur Erhöhung des Wirkungsgrads von Bohrgeräten. Dazu werden bis zu 15 verschiedene Bauverfahren hinsichtlich ihrer CO2-Bilanz beurteilt.
NEUENTWICKLUNG
Im Jahr 2010 wurde in einem Pilotprojekt für einen Kunden der Bau einer durch Elektromotor angetriebenen Schlitzwandfräse realisiert. Durch diverse Maßnahmen wurde so im Vergleich zu einem Dieselmotor eine deutliche Reduktion der Emissionen erreicht. Darüber hinaus konnte neben Kraftstoff auch Motoröl, Filterkomponenten und Wartungsaufwand eingespart werden. Zusätzlich bietet sich der positive Effekt einer sehr starken Reduzierung der Lärmemissionen. Die Schlitzwandfräse wurde planmäßig ausgeliefert und ist beim Kunden erfolgreich im Betrieb.
BAUER KABINE
Nachhaltigkeit bei der Entwicklung von Bohrgeräten hat viel mit den Themen Effizienz, Emissionen und Umweltverträglichkeit zu tun – aber nicht nur. Wichtig ist auch, dass sich der Gerätefahrer, der den größten Teil seines Arbeitstages in der Maschine verbringt, dort auch wohlfühlt. Mit der Entwicklung der BAUER Kabine hat man einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Zentrale Elemente dabei waren vor allem die Ergonomie des Sitzes und ein ansprechendes Inneres. Zusätzlich zum Sitz wurde auch der Joystick den Handkonturen angepasst, um ein möglichst direktes Steuerungsgefühl zu vermitteln. Neben den grundsätzlichen Bestandteilen einer Kabine, wie Heizung bzw. Kühlung wurden noch zusätzliche Ablagefächer für Getränke, Essen, etc. eingebaut. Durch die neuen Schiebetüren ist der Einstieg für den Fahrer nun einfacher und auch sicherer im Vergleich zu Schwenktüren. Die Energieverluste der Klimaanlage durch ein leichtes Öffnen der Tür sind gegenüber Schwenktüren ebenso deutlich verringert. Ein weiteres Augenmerk lag auf der sogenannten B-Tronic, dem Visulisierungssystem, das dem Fahrer die unterschiedlichsten Daten, wie Bohrtiefe, Bohrleistung, etc. anzeigt. Die Darstellung wurde so verändert, dass sie optisch ansprechender und auch übersichtlicher ist.
