SEGMENT BAU – VERANTWORTUNG AUF DER BAUSTELLE

Die Baubranche übt unvermeidlich einen Einfluss auf die Umwelt aus. Anspruch aller Bauunternehmen muss es daher sein, diesen möglichst gering zu halten. Die BAUER Spezialtiefbau GmbH verfügt über ein EMAS-zertifiziertes Umweltmanagementsystem und nimmt an Umweltbetriebsprüfungen teil. Darüber hinaus bauen die Unternehmen des Segments Bau auf eine partnerschaftlich-effiziente und ressourcenschonende Projektabwicklung.

Die beiden Schwesterunternehmen der BAUER Spezialtiefbau GmbH, die SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH und die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH, sind mit Ihren Kompetenzen im Baubereich und angrenzenden Feldern tätig. Die Schachtbau ist im Infrastrukturbau, Bergbau und Maschinen- und Anlagenbau tätig. In der Umwelttechnik plant und errichtet das Unternehmen u. a. schlüsselfertige Biogasanlagen. Die Spesa ist qualifizierter Baufachbetrieb für die Bereiche Baudenkmalpflege, Sanierung technischer Bauwerke sowie Betonsanierung und wirkte bereits bei zahlreichen interessanten Restaurierungsprojekten mit.

Um den Anforderungen an einen nachhaltig gelebten Umweltschutz gerecht zu werden, muss bereits weit vor Baubeginn bei Erstellung des Angebots und beim Planungsprozess das Thema integriert sein. Auch im Hinblick darauf, welche Verfahren bei bestimmten Projekten angeboten und am Ende eingesetzt werden, spielen ökologische Aspekte eine wichtige Rolle. Gerade da ökologisch vorteilhafte Projekte auch einen ökonomischen Vorteil bieten können – denkt man bspw. an ein verringertes Transportaufkommen. Weiter gilt es, bei unseren zahlreichen Projekten weltweit, mindestens die landesspezifischen Umweltauflagen zu erfüllen.

Besonders in Wasser- und Naturschutzgebieten sind spezielle Anforderungen zu berücksichtigen. Bei Ankerarbeiten können durch den Einsatz einer biologisch abbaubaren Korrosionsschutzmasse (Fett) die Spannstahllitzen von ausbaubaren Ankern behandelt werden um so eine mögliche Umweltbelastung zu verhindern.

Die überwiegend verwendeten Materialien auf unseren Baustellen sind Stahl und Beton. Diese Materialien sind besonders langlebig und müssen so gut wie nie entsorgt werden. Bei bestimmten Bauverfahren werden Stahlbauteile nur temporär eingebaut und am Ende der Maßnahme wieder entfernt. Häufig können sie bei Folgeaufträgen wieder eingesetzt werden. Sollte eine Entsorgung anstehen, so ist Stahl im Recyclingprozess ein sehr wertvoller Rohstoff.

Die Spesa führte 2010 Instandhaltungsarbeiten an der
mittelalterlichen Stadtmauer von Rhens aus

Bei einigen Bauverfahren werden Spülflüssigkeiten verwendet, um den Boden an die Oberfläche zu befördern. Spezielle Filter- und Separationsanlagen kommen hier zum Einsatz, die die Flüssigkeiten wieder aufbereiten, damit eine Wiederverwendung oder eine umweltverträgliche Entsorgung stattfinden kann. Die Konzerntochter MAT Mischanlagentechnik GmbH besitzt jahrelanges Know-how bei der Herstellung von Anlagen für die Produktbereiche Misch-, Förder- und Trenntechnik.

TESTSIEGER

Im Jahr 2010 erhielten zwei Parkhäuser des Konzernunternehmens Wöhr + Bauer GmbH, das langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung von Bürogebäuden und High-Tech-Parkgaragen hat, vom ADAC die Note „sehr gut“. Dies erreichten nur vier von 50 getesteten Gebäuden. Testsieger wurde das Parkhaus Oberanger in München; das Parkhaus Unter den Linden in Berlin gehörte ebenfalls zu den Top 4. Kriterien waren Befahrbarkeit, Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Tarif. Einmalig beim Testsieger waren zusätzliche Seniorenparkplätze und das hervorragende Sicherheitskonzept.

Eine wichtige Rolle beim Bauprozess spielt auch der effiziente und möglichst umweltschonende Transport von Geräten, Baumaterialien und des Erdreichs zur und von der Baustelle, was eine genaue logistische Planung voraussetzt. Besonders der Einsatz eines Bauverfahrens, das im Vergleich mit anderen weniger Materialien benötigt, ermöglicht die Reduzierung von Fahrten und senkt so umweltbelastende Emissionen.

ZWEI BEISPIELE FÜR EINEN ÖKOLOGISCHEN UND NACHHALTIGEN SPEZIALTIEFBAU

BAUER SILIKATGEL LWS

Weichgelinjektionen auf Silikatgelbasis gehören zu den weltweit erfolgreich eingesetzten Bauverfahren. Die BAUER Spezialtiefbau GmbH hat bereits über 350.000 m2 Sohlabdichtungen sehr erfolgreich ausgeführt. Bei diesem Verfahren werden dicht umschlossene Baugruben zur Verhinderung von Grundwassereintritt mit einer horizontalen Sperrschicht versehen. Die LWS-Lösung, deren Grundkomponenten zu Beginn exakt gemischt werden, wird per Injektion in vorab gerüttelte oder gebohrte Injektionsrohre eingebracht.

Bei der Entwicklung des BAUER Silikatgels LWS wurde den Faktoren Umweltverträglichkeit und sparsamer Ressourceneinsatz eine neue, wesentlich stärkere Gewichtung gegeben. Die Themen Energiebilanz und CO2-Reduktion beeinflussten deshalb unsere Ansätze maßgeblich (siehe Tabelle). Im Rahmen einer Forschungsgemeinschaft mit der Universität Bergakademie Freiberg konnten durch umfangreiche Testreihen die Materialzusammensetzung und das Ausbreitverhalten der LWS-Lösung optimiert werden.

Das neue BAUER Silikatgel LWS ist anderen Sohltechniken in puncto Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit deutlich überlegen, ohne dabei an Robustheit und Zuverlässigkeit zu verlieren. Da bei der Injektion rund um die Uhr gearbeitet werden kann, verdoppelt sich die tägliche Leistung, was die Ausführungsdauer erheblich verkürzt. Das Bauprodukt wurde patentiert und ist bauaufsichtlich zugelassen. Zudem bestätigen diverse Prüfungen unabhängiger Institute die Umweltverträglichkeit. Es wird daher den Forderungen eines nachhaltigen Spezialtiefbaus mehr als gerecht.

MIXED-IN-PLACE (MIP-VERFAHREN)

Gerade in den letzten Jahren erwiesen sich die Dämme und Deiche an vielen Flüssen bei extremen Hochwasserereignissen als nicht mehr ausreichend dicht oder standsicher. Häufig waren sie lange Zeit nicht genügend gewartet oder bedarfsgerecht ertüchtigt worden, weshalb sie in jüngster Vergangenheit brachen oder unterströmt wurden. Überprüfungen aufgrund dieser Erfahrungen machten die Notwendigkeit einer Erhöhung oder zusätzlichen Abdichtung dieser Bauwerke mehr als deutlich.

Beim Mixed-in-Place Verfahren wird der vorhandene Boden mit einem Bindemittel vermischt. Mittels Dreifachschnecke wird das vorhandene Bodengerüst aufgebrochen und die Suspension eingearbeitet. Durch Überschneiden der Einzellamellen entsteht eine Dichtwand im Damm oder Deich, die ein Durchströmen oder Unterspülen verhindert. Die Bauer-Ingenieure können auf eine über 20-jährige Projekterfahrung mit diesem Verfahren zurückblicken.

Das Mixed-in-Place-Verfahren bietet klare Vorteile für die Umwelt:

  • Durch die Verwendung des anstehenden Bodens werden Ressourcen geschont.
  • Das Verfahren ist besonders ökologisch, da bei der Herstellung weniger Lärm und Abgase entstehen.
  • Aufgrund eines geschlossenen Suspensions-Kreislaufes erfolgt keine Verunreinigung der Deichböschungen.
  • Das Transportaufkommen gegenüber einer Pfahl- oder Schlitzwand ist deutlich geringer.