Schlitzwand

Schlitzwände haben eine statische und/oder abdichtende Funktion und können sowohl als Dichtwand für einen Damm oder Baugrube oder zur Gründung oder Umschließung eines Bauwerks dienen. Sie werden als Beton- oder Stahlbetonwände von der Geländeoberfläche aus erstellt, gelten als sehr verformungsarm und nahezu wasserundurchlässig. Ihr Aushub erfolgt abschnittsweise durch Seilbagger mit geeigneten Schlitzwandgreifern oder -fräsen unter dem Einsatz einer Stützflüssigkeit, zwischen vorab hergestellten Leitwänden, die vor allem der Führung des Aushubwerkzeuges dienen, Spiegelschwankungen der Stützflüssigkeit ermöglichen und Lasten aus Bewehrung oder Fugenelementen aufnehmen. Nach dem Erreichen der Endtiefe werden temporäre oder verbleibende Fugensysteme in den Schlitz eingestellt, die Stützflüssigkeit entsandet und Bewehrungskörbe eingebaut. Im Anschluss erfolgt die Betonage. Im Zuge des Aushubs der Nachbarlamelle werden temporäre Fugensysteme zur weiteren Verwendung ausgebaut.

Arten des Verfahrens

Für den Schlitzaushub stehen zwei unterschiedliche Greifersysteme zur Verfügung, die für Wanddicken von 600 mm bis zu 1.500 mm geeignet sind. Der Greifer wird in den Schlitz abgelassen und der Boden diskontinuierlich gefördert. Größere Gesteinsblöcke oder -partien werden mit modifizierten Greifern oder schweren Meißeln durchschlagen, ausgehoben oder verdrängt. Zum Nachweis der Vertikalität können Messsysteme installiert werden.

Bei mechanischen Greifern sorgt ein Rollensystem für die Betätigung der Schaufeln. Zur Erhöhung der Schließkraft ist das Schließseil 5- bis 6-fach eingeschert. Hydraulische Greifer arbeiten mit einem hydraulischen Zylinder. Sie besitzen eine sehr hohe Schließkraft und arbeiten geräusch- und vibrationsärmer als mechanische Greifer.

 

Fräsen werden verwendet, um Schlitzwände mit Wanddicken von 500 mm bis zu 3.200 mm herzustellen. Da sie den Aushub kontinuierlich fördern, eignen sie sich insbesondere für Tiefen über 40 m. Schlitzwandfräsen arbeiten mit zwei gegenläufig rotierenden Fräsrädern, die, je nach Ausführung für die unterschiedlichsten Bodenschichten bis hin zu härtestem Fels geeignet sind. Das Bodenmaterial wird durch die Rotation der Räder abgefräst, zerkleinert, mit Suspension vermischt und über eine Saugpumpe an die Oberfläche gefördert.

Durch hydraulische Klappen wird die Fräse in x- und y-Richtung gesteuert, die Eindringtiefe und -geschwindigkeit werden über die Auflast aus dem Fräsrahmen geregelt.

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