Injektionen

Injektionen dienen im Spezialtiefbau dem Einbringen von Suspensionen (Wasser mit hydraulischem Bindemittel und evtl. Zuschlagstoffen) und Lösungen (Weichgel, Silikatgel) in den Boden. Grundsätzlich wird zwischen Injektionen mit Baugrund- verdrängung (Verdichtungsinjektion, hydraulische Aufbrechinjektion) und Injektionen ohne Baugrundverdrängung (Poreninjektion, Kluftinjektion, Hohlraumverfüllung) unterschieden.

Arten des Verfahrens

Mit geeigneten Bohrgeräten werden aufgefächerte Bohrungen aus Schächten unter Gebäuden hergestellt, diese mit einer Mantelmischung verfüllt und Manschettenrohre eingebaut. Durch gezieltes Einpressen von Bindemittelsuspension in die Manschettenrohre wird der Boden aufgebrochen und verspannt. Gesteuerte Mehrfachverpressungen, die durch elektronische Hebungsüberwachung kontrolliert werden, kompensieren Setzungen.

Bei der Verdichtungsinjektion wird ein Spezialmörtel abschnittsweise von unten nach oben in den meist lockeren Untergrund gepresst, um diesen zu verdichten ohne ihn aufzubrechen. Durch Sondierungen wird der Erfolg der Verdichtungsinjektion nachgewiesen.
 

Durch Poreninjektion lassen sich tiefliegende, dichtende Sohlen in Sand und Kies herstellen. In einem vorgegebenen Raster werden Ventilrohre in den Boden eingerüttelt oder in Bohrungen eingebaut. Durch diese Ventilrohre wird das Injektionsgut eingepresst. Im Bereich der Ventile entstehen kugelförmige oder elliptische Verpresskörper, die eine zusammenhängende, lückenlose Sohle ausbilden.

Das Hochdruckinjektionsverfahren (HDI) ist ein Spezialverfahren zur Unterfangung, Nach- oder Tiefergründung von Gebäuden, für Abdichtungs- oder Aussteifungssohlen und Dammabdichtungen. Zur Herstellung von HDI-Körpern wird ein Bohrgestänge in den Boden gebohrt. Nach Erreichen der Solltiefe tritt aus einer Düse am unteren Ende des Gestänges ein energiereicher Flüssigkeitsstrahl – Wasser oder Bindemittelsuspension – aus. Durch gleichzeitiges Ziehen und Drehen des Bohrgestänges erodiert der Flüssigkeitsstrahl den Boden. Ein Teil des Bodens wird ausgespült. Die gleichzeitig eingebrachte Bindemittelsuspension verfestigt den verbleibenden Boden. Es entsteht ein zylindrischer Erdbetonkörper.

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