Baugrundverbesserung

Aufgrund kontinuierlich steigender Grundstückspreise wird auch Baugrund mit unzureichender Tragfähigkeit für eine bauliche Nutzung immer attraktiver. Eine Baugrundverbesserung kann durch die hochproduktiven Verfahren Rütteldruck-, Rüttelstopfverdichtung, Rüttelortbeton- oder Mörtelsäulen erreicht werden. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens erfolgt vor allem in Abhängigkeit des anstehenden Bodens und der abzutragenden Lasten.

Arten des Verfahrens

Körnige oder schwachbindige Sedimente wie Kies und Sand haben im natürlichen Zustand oft eine sehr ungleichmäßige Lagerungsdichte. Mit der Rütteldruckverdichtung (RDV) lässt sich diese auf etwa 80 % steigern. Dabei wird der Boden durch eine Wasser- oder Luft-Spülung „in Schwebe“ gebracht, der Rüttler versinkt und an der Geländeoberfläche bildet sich ein Setzungstrichter. Dieser wird mit Zugabematerial gefüllt. Durch schrittweises Ziehen des Rüttlers entsteht eine verdichtete Zone von 2 bis 4 m Durchmesser.

Bei kohäsiven Böden ist eine Kornumlagerung nicht möglich. Bei der Rüttelstopfverdichtung (RSV) wird das Zugabematerial direkt bis zur Rüttlerspitze transportiert, durch mehrere Stopfschritte verdichtet und in den anstehenden Boden hineingepresst. Somit entsteht eine Schotter- oder Kiessäule, die den anstehenden kohäsiven Boden durch die höhere Steifigkeit des eingebauten Zugabematerials verbessert. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens erfolgt vor allem in Abhängigkeit des anstehenden Bodens und der abzutragenden Lasten.

Die Rüttelortbetonsäulen (ROB)-Methode ist effizient und wirtschaftlich in überwiegend bindigen, auch organischen Böden besonders geringer Tragfähigkeit. Durch Verwendung von hochwertigem Pumpbeton hat die ROB-Säule eine hohe innere Festigkeit, weitgehend unabhängig vom umgebenden Boden. ROB-Säulen werden nach DIN 1054 als unbewehrte Pfähle zur Übertragung von Bauwerkslasten in den tieferen Untergrund eingeordnet.

Mörtelsäulen sind schlanke Tragglieder mit einem Mindestdurchmesser von 15 oder 18 cm. Eine Lanze wird bis zum tragfähigen Horizont oder bis zur festgelegten Tiefe eingerüttelt und wieder gezogen. Währenddessen wird pumpfähiger Mörtel in den Boden gepresst. Die Mörtelsäulen kombinieren die Lastabtragung über Mantelreibung und Spitzendruck mit dem Effekt der zusätzlichen Bodenverbesserung durch das Vollverdrängungsverfahren.

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